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Sonntag, 25. November 2012

"LIMONOW" - Eine Lesung in Freiburg

Wim Wenders wollte sein Debütroman noch anfang der 80er  verfilmen, aus verschiedenen Gründen klappte es damals nicht. 30 Jahre spätert hat ein Französe seine Biografie geschrieben und erhielt dafür eine der grössten literarischen Auszeichnungen in Frankreich - Prix de la langue française. Eduard Limonow der russische Dichter, Schriftsteller Politiker und Dissident.

Eduard Limonow in den 70er.
Eine Reportage hätte es werden sollen, dann wurde es zum preisgekrönten Bestseller: Emmanuel Carrères Romanbiographie über Eduard Limonow, den russischen Undergroundhelden, Autor, Abenteurer und politischen Aktivisten der Putinjahre, der sich linker wie rechter Programme zu bedienen scheint. Carrère, der Limonow mehrmals begegnet ist, nähert sich mit der Ambivalenz des französischen Intellektuellen: fasziniert, abgestoßen und immer wieder bereit, sich mitreißen zu lassen, skizziert er eine schillernde und zugleich fragwürdige Persönlichkeit: Charkow, Moskau, New York, Paris, Sarajewo: wo begann das vorige Jahrhundert und was ist mit Russland und der Welt seit den Zeiten des Postkommunismus passiert?
 Limonow heute
Emmanuel Carrère, geboren 1957 in Paris, ist Schriftsteller, Filmproduzent und Drehbuchautor. Für seinen Roman Limonov erhielt er 2011 die französischen Literaturpreise Prix Renaudot und Prix de la langue française. 
Am Dienstag, 27.11. um 20 Uhr liest Alten Wiehre Bahnhof
die deutsche Übersetzerin des Buches Claudia Hamm. 
Die Lesung kosten € 5,- ermäßigt € 4,- 
Danach zeigt noch das KoKi ein Film von Carrère "RETOUR À KOTELNITCH" , den kann ich aber eher für die Hardcore-Russia-Fans empfehlen, die Lesung entgegen verspircht sehr Interreessant zu werden.

und noch ein paar interessante Links zum Themaa:


 

Donnerstag, 13. März 2008

Sashko Jarmola von HAYDAMAKY über ihren neuen Album

Am Anfang hat man angekündigt, dass euer neues Album KOBZAR IS NOT DEAD heißen würde. Wieso habt ihr beschlossen, euch nur auf das erste Wort „Kobzar“ zu begrenzen?
- Als wir unser Album „Kobzar“ nannten, haben wir damit nicht den Namen von Taras Schewtschenko’s Sammlung von Gedichten gemeint, sondern eine Sammlung von Dumen (typisch ukrainische Art der historischen Lieder aus dem 15 -18 Jhd.) und Erzählungen verschiedener Kobzaren. Das ist eine Kobzar-Sammlung von HAYDAMAKY mit einer Hommage an Taras Hryhorowytsch - einem der bekanntesten und stärksten ukrainischen Dichter. So haben wir auch die Haydamakische Tradition fortgesetzt, unseren Alben Namen zu geben, die in der Sphäre des ukrainischen Kulturgebietes liegen. Und „Is Not Dead“ ist doch keine ukrainische Tradition. Natürlich sind wir in unserer Seele alte Punker, unsere Kultur ist uns aber näher und wichtiger.


Ihr habt euch als eine europäische Band positioniert, ist deshalb eure Platte jetzt als Erstes in Deutschland erschienen?
- Nein, all das ist eigentlich nur wegen unseres Arbeitsablaufs. Die ersten Verträge wurden mit den Deutschen unterschrieben, deshalb haben sie als Erstes die ganze Maschinerie ins Laufen gebracht. Uns war es egal, wo das Album als erstes erscheint, in der Ukraine oder im Ausland. Es gibt drei verschiedene Release - in der Ukraine, in Polen und in Deutschland für den Rest der Welt. Die CD wird auch eine gesonderte Präsentation in den Niederlanden haben. Das Berliner Label Eastblock ist unser alter Partner, sie haben auch unser voriges Album Ukraine Calling rausgebracht. Mit ihnen zusammen zu arbeiten ist leicht, es hat sich schon ein Rhythmus eingespielt. Deswegen erschien das Album als Erstes in Deutschland. Das zweite Release ist in der Ukraine. Der Weg ist auch schon längst begangen, hier haben wir schon 4 Platten gemacht, nur das Label ist ein bisschen größer, dementsprechend ist auch die ganze Papierarbeit komplizierter. Und das nächste Release wird in Polen sein. Es ist unser erstes Release in Polen. Zwar wurde auch unsere vorige CD dort verkauft, es war aber die deutsche Ausgabe.

Habt ihr auch vor, das Release durch Konzerte zu unterstützen?
- Genau so, der Reihe nach, werden auch die Präsentationen stattfinden. In Deutschland kam die Platte am 1. Februar in den Handel und die Präsentation fand am 22. Februar in Berlin statt. In der Ukraine erschien die CD am 8. Februar und es gab auch eine Präsentation für Journalisten am 8. Februar. Für den 7. März haben wir einen Auftritt im Oktober-Palais geplant. Noch eine weitere Präsentation findet am 27. März in Polen, in Warschau, für Journalisten statt und im April geben wir ein Konzert im Club Stodola. Hinsichtlich der Tour, da werden wir jetzt fahren, um unser Release in Europa zu präsentieren. Die Tour beginnt am 15. Februar in Wien, dann folgen die Schweiz, Deutschland, Belgien, Dänemark und Schweden. Nach unserer Rückkehr am 4. März spielen wir dann sofort am 7.03 im Oktober-Palais in Kiew. Dann beginnt die Ukraine-Tour, während der wir die Städte der Ostukraine besuchen möchten, wo wir noch nicht aufgetreten sind. Beginnen werden wir in Dnepropetrowsk und Odessa, dann folgen Auftritte in Donetsk und Kharkov. Die nächste Präsentation findet in Polen statt und nach einem Konzert in Warschau kommen wir dann nach Gdansk, Wroclaw und Krakau, und dann schließlich setzen wir den Endpunkt in Holland.

Gibt es Unterschiede zwischen den europäischen und ukrainischen Releases?
- Ja, sie unterscheiden sich. Zum Beispiel wurde die Reihenfolge der Lieder in jedem Land ein bisschen verändert. In Deutschland wird CD ein Digipack-Cover haben, deshalb wird sie auf dem Markt auch teurer sein, und in der Reihenfolge der Lieder gibt es dort gewisse Änderungen. Zum Beispiel gibt es dort ein Remix zum Lied „Viter Vie“, das zusammen mit MC BROTHER CULTUR, einem MC aus Jamaika, der am Studio von Adrian Sherwood tätig ist, aufgenommen wurde. Dieses Remix gibt es bei dem ukrainischen Release nicht. Andererseits werden wir auf der ukrainischen CD zwei Lieder haben, die es bei den Deutschen nicht gibt, das sind „Chotyri Dvory“ und „Chorna Strela“. Was die polnische Version angeht, so kam dort noch ein Remix zum Lied „Yidu Tramvayem“ hinzu, das ist ein Werk des Studio „As One“, welches das Album produziert hat. Der Name ist aber, um niemanden in Verwirrung zu bringen, überall derselbe – Kobzar.

Was für ein Lied wird als Erstes das Albumrelease unterstützen?
- Die erste Single wird das Lied „Efir“ sein, das nach einer kurzen „Einleitung“, die eigentlich in den Track „Efir“ einfließt, das Album eröffnet. Das Lied ist Klasse, sehr lebendig, mit viel Drive, es ist schön, das auf Konzerten zu spielen. Es wurde auf der Basis meiner eigenen Erlebnisse geschrieben. Das Thema ist eine Geschichte eines einfachen Jungen aus dem Dorf Dybynci in der Nähe von Bohuslav, dessen Freundin für einige Zeit ins Ausland ging, um zu arbeiten. Das ist eigentlich eine für Ukrainer typische Geschichte. Sie passierte in meinem Leben schon vor lange Zeit, aber das Erlebte spiegelt sich in diesem Lied wieder. Es geht hier darum, dass die Zwei sich nacheinander sehnen, sich aber nur über den Äther (ukr. Efir) unterhalten können, das heißt über Gedanken, Träume. Der Vermittler ist, natürlich, der Himmel. Und was die Musikform angeht, so gibt es dort viele Einflüsse aus der Balkanmusik. Es gibt ein schönes Trompetensolo, aber auch einen Widerhall des spanischen Flamencos.

Haben auch Gastmusiker an der Aufnahme teilgenommen?
- Ja, es gibt Gastmusiker in diesem Album. Im Lied „Message“ hilft uns die polnische Band VAVAMUFFIN. Außerdem erscheitn noch die Legende des polnischen Punkrocks GRABAZ auf den Tracks „Chotyri Dvory“ und „Efir“ . Als Backvocal singt Anja Frankevitsch aus Berlin. Sehr wichtig für dieses Album ist die Bandura. Ich kann nicht sagen, dass das ein Gastmusiker ist, es ist aber ein neues Bandmitglied und eine neue Farbe in unserer Farbpalette, immerhin hat Bandura den Klang des Albums verändert. Es ist wichtig zu betonen, dass als Soundproduzenten Mario Aktivator und Janek Smok auftraten. Sie arbeiten zu zweit im Studio „AS ONE“, sozusagen „als Einer“. Die Jungs haben viel zum Sound des Albums beigetragen. Dieses Studio spezialisiert sich auf Dub-Musik, deshalb ist hier der Dub-Einfluss, der immerzu Musik verändert, zu spüren. Das heißt, dass alles was wir uns ehrlich in Studio angespielt haben, später mit Hilfe von Live-Effekten bearbeitet wurde. Dub unterscheidet sich von Technomusik dadurch, dass es die digitalen Samples nicht benutzt und alles mit Hilfe solcher Live-Effekte wie Reverberation, etc macht. Mario Aktivator und Janek Smok sind echte Meister, sie sind Lehrlinge und Anhänger von Adrian Sherwood und arbeiten sowohl mit bekannten polnischen Stars als auch mit Musikern des Arian Sherwood Studios zusammen.

Erzählt uns, bitte, vom neuen Bandmitglied, dem Banduraspieler.
- Der Banduraspieler, Ivan Tkalenko, ist festes Mitglied der Ukrainischen Staatlichen Bandurakapelle. Gleichzeitig spielt er auch Bandura im Taras Petrenenko’s Ensemble. Er ist ein alter Freund von HAYDAMAKY. Endlich war die Zeit gekommen, dass wir unsere künstlerischen Bemühungen vereinen konnten. Die Bandura ist ein sehr schönes Musikinstrument, sie hat so einen meditativen Charakter, der früher im HAYDAMAKY-Sound nicht präsent war. Mit anderen Worten: Zum traditionellen HAYDAMAKY- Markenzeichen – lebendige, energische Musik mit feurigen Soli auf Trompete und Accordeon – kam jetzt eine erwachsene, meditative Komponente hinzu.

Ist das Lied „Efir“ wirklich die erste Single? Weil im ukrainischen Radio und TV kursierte noch vor kurzer Zeit das Stück „Chotyri Dvory“? (dieses Video gibt's hier)
- „Chotyri Dvory“ ist auch von diesem Album. Es hat schon seinen Durchlauf beendet, auch ein Video auf M1 wurde gespielt und kursierte als Remix im Radio. Die nächste Nummer nach „Efir“ wird sicher die Komposition „Rosa“ sein. Das ist eine Ballade, die auf der Zusammenführung von tiefer männlicher Stimme und Bandura aufgebaut ist. Es gibt dort auch ein magisches Soli auf Trompete und Akkordeon. Ein Lied über die Liebe – ein wirklich tolles Lied. Das ist das zweite sehr gute Lied dieses Albums. Beide Lieder „Efir“ und „Rosa“ haben bereits Videos, die von Vitja Pryduvalov gedreht wurden. Insgesamt wurden für dieses Album vier Videos gemacht. „Chotyri Dvory“ ist ein Versuch der Zusammenarbeit mit dem jungen Regisseur Anton Komjakhov. Für das Lied „Message“, das als Viertes kommen wird, machte das Video Taras Khymych. An der Aufnahme dieser Komposition nahmen die polnischen Musiker von VAVAMUFFIN und GARBAZ teil. Das ist unser gemeinsames haydamakisch-polnisches Projekt. Das Video wurde im Studio „Wisla“ gedreht, da, wo wir unser Material aufgenommen haben. Dann sind wir ins Warschauer Studio übergesiedelt, wo die VAVAMUFFIN ihre Message gerappt haben. Dieser Track ist sehr stark und fast in Real Time gemacht, in einem dazu sehr passenden Studio.

Wo befindet sich dieses Studio und wieso ist es so passend?
- Wir nahmen unser Rohmaterial im Studio „Wisla“ hoch in den Bergen, in den polnischen Karpaten auf. Das ist ein komplett analoges Studio, sie arbeiten nur mit Magnetband, mit ausschließlich analogen Effekten. Es befindet sich in einem großen, geräumigen Haus, das auf so einer Anhöhe steht, so dass man mit einem Jeep zwei Kilometer vom nächst gelegenen polnischen Dorf nach oben fahren muss. Hier müssen die Musiker absolut clean bleiben, kein Alkohol, kein Gras oder etwas ähnliches – keine Hilfsmittel. Nur die Musiker und die Musik. Wir haben unter spartanischen Bedingungen in einem Dorfhotel gewohnt und in dieses Studio gelangten wir in einem Jeep um neun Uhr früh. Mit uns hat Czarek Borowski gearbeitet, er kann mit Livesound arbeiten und alles analog aufnehmen. Das ist unsere erste Erfahrung mit einer so intensiven und in der Zeit begrenzten (in Laufe von drei Wochen) Studioarbeit. Sie war im April vergangenen Jahres beendet und danach haben wir das ganze Material im Studio „As One“ in Warschau zum Producing weitergegeben. Wir kamen hin, sie schrieben auf Papier alle unsere Wünsche auf, und danach sind wir nur ab und zu hingegangen, um die Resultate ihrer Arbeit vorzuhören. Die zwei Produzenten stellten uns zur Bedingung, dass sie selbstständig arbeiten würden. Am Anfang hatten wir gewisse Zweifeln, denn in der Ukraine standen wir ständig hinter dem Rücken des Soundingenieurs, der immer machte, was ihm gesagt wurde, das heißt, wir waren unsere eigenen Soundproduzenten. Deshalb kamen immer wieder diese hausgemachten Platten. Die einzige positive Erfahrung auf diesem Gebiet war die Zusammenarbeit mit dem schon verstorbenen Serhiy Tolstoluzhsky für den Track „Kokhannya“ vom vorigen Album, dort haben wir ihm auch das Soundproducing anvertraut. Und was die neue Aufnahme angeht, so möchte ich betonen, dass die Arbeit der Nachfolger von Adrian Sherwood findet irgendwo zwischen Warschau und London statt. In der Ukraine existiert bis heute nicht so eine hohes Niveau.

Das Original habe ich von fdr.com.ua genommen

Und zum Schluß gibt es noch ein neues Video HAYDAMAKY & VAVAMUFFIN - Message!

Montag, 24. Dezember 2007

Neues und Gutes zum Jahreswechsel

1. RUSLANA: Dobryj Vechir, Tobi… - Dobryj vechir (Dmytro Tsyperdjuk version) (Comp Music, 2003)
2. SHANTEL: Disko Partizani – Disko boy (Essay Recordings, 2007)
3. SHANTEL vs. RONA HARTNER & DJ CLICK: Auf Der Anderen Seite. Original Film Score – Inel inel de aur – Bucovina dub (Essay Recordings, 2007)
4. SHANTEL feat. BINDER & KRIGLSTEIN: Auf Der Anderen Seite. Original Film Score – Pientos – Bucovina dub (Essay Recordings, 2007)
5. PREKMURSKI KAVBOJCI: Fuer Dich – Atasado (Suisa, 2007)
6. PREKMURSKI KAVBOJCI: Fuer Dich – Ride the punami (Suisa, 2007)
7. WATCHA CLAN: Diaspora Hi-Fi A Miditerranean Caravan – Balkan Qoulou (Piranha, 2008)
8. MA VALISE: Maya Yé ! – Felicia ! (Ma Valise, 2007)
9. MA VALISE: Maya Yé ! – Ceasornicul (Ma Valise, 2007)
10. GIPSY C.Z.: Romano Hip-Hop – Romano hip-hop (Indies Scope, 2006)
11. ZVA 12-28 BAND: Za fúzy ma poťahaj – Ani z voza, ani na voz (Indies Scope, 2007)
12. GUSTAFI: FF – Marija se pariceva (Dancing Bear, 2006)
13. RUSLANA: Dobryj Vechir, Tobi… - Dobryj vechir (Original version) (Comp Music, 2003)

Ukrainische Weihnachten steht noch bevor, ein traditionelles Koljadka-Lied, gesungen von Ruslana, gibt's aber schon heute.


Guten Abend dem Hausherren, freue Dich!
Oh, freue dich, Erde, der Sohn Gottes ist geboren!

Oh, aus Bethlehem kommt die Nachricht, freue Dich!
Oh, freue dich, Erde, der Sohn Gottes ist geboren!

Die Jungfrau Maria hat dort ein Sohn geboren, freue Dich!
Oh, freue dich, die Erde, der Sohn Gottes ist geboren!

Aus Prophezeiungen der Propheten aus uralten Zeiten, freue Dich!
Oh, freue dich, Erde, der Sohn Gottes ist geboren!

Er bringt Erlösung allen Herzen, die glauben, freue Dich!
Oh, freue dich, Erde, der Sohn Gottes ist geboren!
Der Sohn Gottes ist geboren!

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Als Pink Floyd verboten wurde.

Dieses Zeitdokument aus dem Jahr 1985 fand ich im russischsprachigen Teil des WWW. Man schreibt also den 10.01.1985. Tschernenko, der damalige Sowjetleader hatte noch 2 Monate zu leben, er starb am 10.03.1985 und nach ihm kam Gorbatschow und beendete diese Altersdemenz. Gerade Tschernenkos Zeit von Februar 1984 bis März 1985 war die schwärzeste überhaupt für die Rockmusik in der damaligen UdSSR. Nicht nur die einheimischen Musiker haben gelitten, sondern, wenn auch indirekt, die westlichen. Hier könnt ihr die Liste der verbotenen Bands lesen, samt ihrer inkriminierten Sünden, aus der Stadt Nikolajew/Mykolajiw (eine ukrainische Großstadt am Schwarzen Meer).



Anhang zum Brief vom 10. Januar 1985

Proletarier aller Länder vereinigt euch! Der Leninistisch-kommunistischer Allunionsverband der Jugend
Das Nikolajewer Gebietskomitee des LKAllUV der Ukraine
Für eine Nutzung zu Dienstzwecken den Sekretären der Stadt- und Bezirkskomittes des LKAllUV.

Wir schicken hiermit eine Musterliste ausländischer Musikgruppen und Interpreten, in deren Repertoire ideologisch schädliche Werke enthalten sind sowie eine Liste der registrierten Vokal-Instrumentalen Ensembles der UdSSR.

Wir empfehlen diese Informationen für eine Verstärkung der Kontrolle von Diskothekenaktivitäten zu verwenden.

Es ist notwendig, alle Vokal-Instrumentalen Ensembles und Diskotheken diese Information zukommen zu lassen.

Vorsitzender der Gebietskomitees des Komsomols P.Grischin

Musterliste der ausländischen Musikgruppen und Interpreten, in deren Repertoire sich ideologisch schädliche Werke befinden.

Der Name der Band - Was sie propagiert

1. Sex Pistols - Punk, Gewalt
2. B-52’s - Punk, Gewalt
3. Madness - Punk, Gewalt
4. Clash - Punk, Gewalt
5. Stranglers - Punk, Gewalt
6. KISS - Neofaschismus, Punk, Gewalt
7. Krokus - Gewalt, Kult einer starken Persönlichkeit
8. Styx - Gewalt, Vandalismus
9. Iron Maiden - Gewalt, religiöser Obskurantismus
10. Judas Priest - Antikommunismus, Rassismus
11. AC/DC - Neofaschismus, Rassismus
12. Black Sabbath - Gewalt, religiöser Obskurantismus
13. Sparks - Neofaschismus, Rassismus
14. Alice Cooper - Gewalt, Vandalismus
15. Nazareth - Gewalt, Gewalt, religiöser Mystizismus, Sadismus
16. Scorpions - Gewalt
17. Dschinghis Khan - Antikommunismus, Nationalismus
18. UFO - Gewalt
19. Pink Floyd (1983)- Verdrehte Darstellung der Außenpolitik der UdSSR („Agression der UdSSR in Afganistan)
20. Talking Heads - Mythos von der sowjetischen militärischen Bedrohung
21. Perron (anscheinend Cerrone)- Erotismus
22. Bohannon (anscheinend Hamilton Bohannon)– Erotismus
23. Orininginels (anscheinend The Originals)- Sex
24. Danna Summer - Erotismus
25. Tina Turner - Sex
26. Junior English - Sex
27. Canned Heat - Homosexualismus
28. Manish Machine – Erotismus
29. Ramones - Punk
30. Van Halen - Antisowjetische Propaganda
31. Julio Iglesias - Neofaschismus
32. Yazoo – Punk, Gewalt
33. Depeche Mode – Punk, Gewalt
34. Village People – Gewalt
35. 10 CC – Neofaschismus
36. Stooges – Gewalt
37. Boys – Punk, Gewalt
38. Blondie – Punk, Gewalt

„STIMMT“ – Leiter der allgemeinen Abteilung des Gebietskomitees des Komsomols E.Prjazhiskaja


Am Ende bleibt nur die Frage, was machen diese Komsomolzen jetzt?
KISS - der Albtraum alle Komsomolzen - ,zum Beispiel, spielen immer noch ab und zu.



Samstag, 8. Dezember 2007

JAROMIR 99 & THE BOMBERS - Ein Gepräch

Vor einiger Zeit habe ich versprochen, etwas über die neue Band aus Tschecheen JAROMIR 99
& THE BOMBERS
 zu schreiben. Hier ist ein Promointerview von dem Brünner Label "Indies Scope". Ganz unten sind die Umschläge der drei Folgen des Comics über 
Alois Nebel. Mehr über das Comics und sein Hauptheld kann man  hier erfahren.
Insgesamt gibt es drei Folgen: Alois Nebel 1 -  "Der weiße Bach" (2003),
Alois Nebel 2 - "Der Hauptbahnhof" (2004) und Alois Nebel 3 - "Das Goldene Gebirge" (2005),
die vierte Band "Auf der Strecke" erscheint bald in dem tschechischen Verlag Labirint.

Jaromír 99 Švejdík -Gitarre, Vocal
Jaroslav Rudiš - Keyboards
Joa Kater -Gitarre, Vocal


Wie eigentlich entstand die Band „The Bombers“?
„The Bombers“ wurden im Jahr 2007 während der Ausstellungen und Vernissagen des Komikers Alois Nebel geboren. Wir fühlten ein Bedürfnis, diese Aktionen mit etwas zu beleben. Zunächst spielten wir ein paar Lieder von UMAKART, dann aber hatte Jaromir auf einmal angefangen, neue Texte zu schreiben, wenn er sich vom Zeichnen des Comics Bomber entspannte. Wir sind eine Comicband. Es geht uns nicht so sehr um die Form als um den Inhalt, scharfe Striche, das Spiel mit Übertreibungen. Und für einige von uns geht es auch darum, das Rockerleben ein wenig zu genießen.

Sind „The Bombers“ eine Band aus Freunden oder ist Jaromir 99 ein Leader, der über das Ganze herrscht?
Jaromir ist der Leader, auch wenn es manchmal bei den Konzerten nicht so aussieht, weil unser Gitarrist Joa eine natürliche Neigung hat, die Initiative zu übernehem. Nicht umsonst ist er unser Manager. In Übrigen sind wir große Freunde, denen es gefällt zusammen zu sein und wir möchten das genießen.

Der Name von Jaromír Švejdík ist mit der Bands PRIESSNITZ und UMAKART verbunden, wodurch also unterscheiden sich THE BOMBERS?
Darin, dass das keine Musikerband ist. Wir achten viel mehr aufs Image, als es bei tschechischen Bands üblich ist. Manchmal fliegt uns der Rhythmus davon oder die Akkorde stimmen nicht. Aber wir spielen um des Spasses willen. Wir lassen uns von der nördlichen Fanilienmusik inspirieren. Die Musik sehen wir als Entspannung.

Sind die Lieder auf dem Album von Comics inspiriert oder lassen sich auch andere Inspirationsquellen finden?
Das Album „The Bombers“ entstand als Soundtrack zum Comic „Bomber“, der gerade bei unserem tschechischen Verlag „Labyrint“ erscheint. Wir lassen uns von Allem inspirieren: von Kneipen, Bands von myspace.com, Volksmusik, Blasmusik, von Folk, Country, von Hip-Hop , TV-serien, von Filmen , Literatur, aber am meisten wohl von Comics. Nichts begrenzt uns in unserer Inspiration. Beim Spielen, vielleicht doch. Wir überwinden das aber mit Enthusiasmus und Einsatz.

THE BOMBERS haben ein ganz anderen Sound gegenüber PRIESSNITZ und UMAKART, sind auch die Lieder ganz anders als bei den genannten Bands?
THE BOMBERS sind das Gegenteil von UMAKART, die städtisch kalt und vom Ton her ziseliert waren. THE BOMBERS sind spontaner, mit einem schlechtem, schmutzigem Sound. PRIESSNITZ ist eine gewöhnliche Konzertband, Lebensunterhalt und fast eine Familie. THE BOMBERS und UMAKART sind zeitlich begrenzte Projekte.

Jaroslav Rudiš ist in erster Linie als ein Schriftsteller und Drehbuchautor bekannt. Spielte er vor THE BOMBERS in einer anderen Musikband?
Von Zeit zu Zeit tritt Jára Rudiš während seiner Lesungen auf zusammen mit der von Legenden umgarnten Band U-BAHN, die literarischen Punk spielt. In THE BOMBERS lernte er ein bisschen Keyboard zu spielen. Aber, ehrlich gesagt, nur ein bisschen.

Wie wird die Albumpräsentation aussehen? Und wie oft habt ihr Konzerte zu spielen?
Wir haben schon die Auftritte in München und in Stockholm hinter uns und es wurde überraschend gut aufgenommen. Wir haben aber verstanden, dass wir noch mehr Härte brauchen. Es ist also gut möglich, dass wir bei den Liveauftritten noch ein Bass und Schlagzeug haben werden. Und wenn nicht, dann wenigstens Vozembouch. Ende November bereiten wir eine kleine Café-Tour vor. Wir würden aber hauptsächlich im Ausland auftreten. Wir haben das Gefühl, dass dort die Menschen uns mehr verstehen.
(Vozembouch, ein mittelalterliches Volksmusikinstrument, eine Art Stab mit einer Seite und einer Rassel. Dessen Weiterentwicklung war das Trumscheit.)

Alois Nebel 1 - "Der weiße Bach" (2003)


Alois Nebel 2 - "Der Hauptbahnhof" (2004)


Alois Nebel 3 - "Das Goldene Gebirge" (2005)

Mittwoch, 7. November 2007

STELSI - USSR

Die Band STELSI (СТЕЛСІ) aus der ukrainischen Stadt Tscherniwzi (Czernowitz) ist zum heutigen Tag der bekannteste Vertreter der Elektro-Ethno-Szene im Land. Früher haben sie sich von orientalischen Melodien inspirieren lassen, aber nach der Orangenen Revolution öffneten sie sich der unerschöpflichen Quelle ukrainischer bzw. bukowinischer Folklore. Als Resultat ist die Platte „Dort...“ (Tam...) vom Frühjahr 2005 entstanden. Sie wurde zum größten Erfolg der Band und diesen sollte das neue Album noch in diesem Jahr bestätigen. Die ukrainischen Radiosender haben schon eine neue Single mit dem Lied „Pozitiv“ / (Позитив) erhalten, alle anderen können das Lied auf der offiziellen Seite der Band im guten Bitrate (256 kbps) downloaden. Es gibt dort noch ein paar interessante Lieder zum Saugen und zwei Alben, nur in Demoversionen. Leider ist die Seite rein ukrainischsprachig, wer also kein Kyrillisch lesen kann, sollte auf ДЕМОНСТРАЦІЙНА ВЕРСІЯ achten, was schlicht „Demoversion“ bedeutet.
Das Video zum Lied CCCP/USSR von der CD „Tam...“ ist ein gutes Beispiel für das, was STELSI in den letzten 3 Jahren gemacht haben.


Rotes T-Shirt und rote Fahnen
Wieder ging ich auf die Strasse und bat sie.
Weil keine Morgenröten glänzen, das Wasser nicht rauscht
Und nur sie wie Gold leuchtete.

Refrain:
Und es schwebte dort das Morgenrot.
(Chorus)
„Wohin auch immer ich fahre, wohin auch immer ich gehe.“

Ich habe ein Denkmal. Jawohl, es ist eine echte Skulptur.
Sie steht im Hof, ich werde sie nie verkaufen.
Auf eine Linie stehen alle bis zum Letzten:
Die grauen Kleider, der graue Himmel, schwarz-weiß Kino.

Refrain:
Und es schwebte dort das Morgenrot.
(Chorus)
„Wohin auch immer ich fahre, wohin auch immer ich gehe.“

Eiserne Rohre schließen uns ein, Beton umarmt uns,
Die Negativen und Positiven überwältigen uns
Die Elektroden durchdringen uns von Kopf bis Fuß –
Soziorealismus, UdSSR, UdSSR!

Freitag, 28. September 2007

Potter auf Ukrainisch

Seit gestern gibt es das siebte „Harry Potter“ Buch in Deutschland auch auf Deutsch, seit vorgestern auf Französisch. Die erste Femdsprachenausgabe von „Deathly Hollows“ erschien aber schon am 25. September in der Ukraine im Verlag А-БА-БА-ГА-ЛА-МА-ГА (A-BA-BA-HA-LA-MA-HA). Es ist schon das zweite Mal, dass die Ukrainer die Ersten im Potterübersetzungswettbewerb sind (mit „Orden des Phoenix“ waren sie auch die Ersten), und das obwohl der erste Band von J. K. Rowling erst 2002 auf Ukrainisch erschien. In diesem Jahr gab es in Deutschland schon der vierten Band und die Russen verkauften in der Ukraine ihre Übersetzung des dritten Potters, als es IVAN MALKOVICH – der seinen Kinderbuchverlag im Jahr 1992 gründete – wagte, die ukrainische Version auf den Markt zu bringen. Viele Kritiker glaubten nicht an einen Erfolg. Gerade in der Ukraine, dem Land das bis heute verzweifelt mit schleichender Russifizierung kämpft, sagten sie, dass niemand sich so ein Buch kaufen würde, wenn es schon die russischen Übersetzungen gibt. Malkovich wagte es, diese Situation zu ändern und er hatte recht. Es hat funktioniert! Heute überstieg die Gesamtauflage aller Potterbücher auf Ukrainisch eine Million, und J.K.Rowling ließ sich mit der ersten Übersetzung ihres siebten Bandes fotografieren (ganz nebenbei wäre anzumerken, dass die russische Ausgabe erst am 13. Oktober erscheint).
Neben MALKOVICH muss man zwei weitere Namen nennen, ohne die es nie möglich wäre, eine der besten Potter-Reihen in der Welt zu machen. Das sind die Übersetzer VIKTOR MOROZOV und der Illustrator VLADISLAV JERKO.
VIKTOR MOROZOV, der zwischen seiner Heimatstadt Lviv (Lemberg) und dem kanadischen Toronto pendelt, wurde schon im Jahr 1971 bekannt, als seine Folk-Beat-Band ARNIKA große Popularität in der damaligen Ukraine, aber auch in der restlichen UdSSR erlangte.   


Er war einer der ersten, denen es gelang, die ukrainische Folklore mit den neuen westlichen Rhythmen zu verschmelzen. Grob gesagt, war er eine Art ukrainischer GORAN BREGOVIC, der sich im Sowjetsystem leider nicht entwickeln konnte, weil die Rockmusik in Breschnews Reich verboten war. Bis jetzt macht er Musik, aber eher als ein Hobby, sein zweites Talent offenbarte sich in Literaturübersetzungen, denen er seine Hauptzeit widmet. Außer aus dem Englisch übersetzt er auch aus dem Portugiesischen, unter anderem Paolo Coelho’s Roman „Der Alchimist“. Interessantes zu seinen Übersetzungen findet man hier (auf Englisch). In gewissem Sinne ist Morozov sich aber treu, er war und bleibt Vermittler zwischen der Westlichen und Ukrainischen Kultur, egal ob es um Musik oder Literatur geht.
Die „Harry Potter“ Bücher wurden in 61 verschiedene Sprachen übersetzt, von Albanisch bis Zulu, die meisten Ausgaben benutzten aber die Covers der amerikanischen Künstlerin Mary GrandPré, weil nur wenige Verlage J. K. Rowling mit eigenen Umschlagsentwürfen überzeugen konnten. Der Kiewer Graphiker VLADISLAV JERKO konnte es. Seine Potter-Covers zählen zu den besten in der Welt, sein Ruhm begann aber schon früher. 

Jerko hat selber in einem Interview verraten, dass es gerade Malkovich war, der ihn überredete als Kinderbuchillustrator zu arbeiten und ihn in seinen Verlag einlud. Das war Mitte der 90er, seitdem bekam er zahlreiche Auszeichnungen für seine Werke. Sogar die Russen mit ihrem Kulturchauvinismus interessieren sich für die Bücher, die Jerko illustriert hat. Hoch gelobt wurden seine Arbeiten zu Büchern von Carlos Castaneda, zum „Alchemist“ von Coelho (die besten in der Welt, so sagte Coelho selbst) und vielen anderen. Hier gibt es ein paar Scans von Jerkos Bildern zur „Schneekönigin“ von Andersen und zu Englischen Märchen. Verschiedene Potter-Covers von Vladislav Jerko findet man auch hier.
Zwar habe ich die ganze Reihe schon längst durch gelesen, überlege mir aber gerade alle 7 Bände von А-БА-БА-ГА-ЛА-МА-ГА zu bestellen, einfach so, der Buchkunst halber.

Dienstag, 14. August 2007

LYAPIS TRUBETSKOY - Kapital

Für alle, die sie noch nicht kennen, ist dies eine gute Gelegenheit, mit der weißrussischen Band Bekanntschaft zu schließen durch das Video „Kapital“ aus dem gleichnamigen Album, das am 1. Mai 2007 erschien. Das Video wurde von dem weißrussischen Künstler Aliaksei Tserakhau gemacht und avancierte zum meist diskutierten Musikvideo dieses Jahres, nicht nur im russischsprachigen Raum.


Zum Mittag esse ich Goldbarren,
ein Diamantendessert und Erdölsahne
Mein Name ist Beelzebub - Herr der Stratosphäre
Ich bin unglaublich cool und werde grenzenlos verehrt

In meiner linken Hand - ein Snickers, in meiner rechten Hand – ein Mars
Mein PR-Manager heißt Karl Marx
In meiner linken Hand - ein Snickers, in meiner rechten Hand – ein Mars
Mein PR-Manager heißt Karl Marx
Kapital! Kapital! Kapital! Kapital!

Ich esse ganze Städte und spüle dann mit Meeren nach
Meine Bart verdeckt den Himmel
Die Blitze und den Donner, die Nebel und den Regen
Meine Schuhe werden von Ministern und Führern geleckt

In meiner linken Hand - ein Snickers, in meiner rechten Hand – ein Mars
Mein PR-Manager heißt Karl Marx
Meine Gesicht ist eine Madonna, gefüllt mit verfaulten Birnen
Alle auf die Knie! Orchester, spiele einen Tusch!
Kapital! Kapital! Kapital!