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Samstag, 12. Januar 2013

"Alois Nebel" jetzt auf Deutsch!

Vor 5 Jahren, es war Dezember 2007 habe ich über den Tschechische Graphic Novel bzw. Comicroman "Alois Nebel" und dessen Autoren JAROSLAV RUDIS und JAROMIR 99 aka. JAROMIR ŠVEJDIK gepostet. Damals sollte es das vierte Teil von diesem sehr erfolgreichen in Tschechien Buch erscheinen gleichzeitig mit dem Debutalbum der Band JAROMIR 99 AND THE BOMBERS. Und schon damals habe ich mich gewunder warum diese Romanserie nicht in Deutschland ershient, weil gerade für die Deutschen, die ihre östliche Nachbarn so indiskret zu der was sie "Versöhnnung" nennen drängen, wäre es sicher interessant so ein Graphic Novel zu lesen. Man musste lange warten, aber nicht vergeblich! Seit etwa einem Jahr gibt es auch eine Deutsche Ausgabe!
Alle vier Bände die in Tschechien in Jahren 2003, 2004, 2005 und 2008 veröffentlicht wurden, kamen Anfang 2012 bei dem Leipziger Verlag Voland & Quist raus. Inzwischen entstand in Tschechien ein Film in Rotoskopieverfahren gemacht, nach diesem Buch, der beim Filmfest in Venedig 2011 seine Premiere fand. Leider gibt es von der Band JAROMIR 99 AND THE BOMBERS seit langem nichts Neues zu hören, es wäre sehr Schade wenn es nur bei diesem einzigen Album bleiben würde.
Die Übersetzung von "Alois Nebel" Bände machte Eva Profousová, eine sehr gute Übersetzung, meiner Meinung nach, die finanziell Unterstützung gab's von der Tschechischen Kultusministerium. Auf jeden Fall das ist ein sehr interessantes Buch, dass allen Fans vom Genre Noir gefallen wird und nicht nur...
In Freiburg kann man den Graphic Novel "Alois Nebel" ohne Vorbestellen gleich in Josfritz Buchhandlung kaufen. Es ist keine Werbung, ich hab es dort gestern auf der Vitrine gesehen.

Ich glaube der originale tschechiche Filmtrailer schildert am besten die dichte Atmosphere des Buches.


...und wer den ganzen Film anschauen will kann es auch bei YOUTUBE HIER tun.

Weil SLAVONIC DANCES vor allem ein Musikblog ist, hier kommt noch ein Video - ein Original Soundtrack Lied aus dem Film "Alois Nebel" aufgenommen von der Band UMAKART, akkustische Gitarre spielt JAROMIR ŠVEJDIK aka. JAROMIR 99, singt VÁCLAV NEKÁŘ - der große tschechische Film und Musik Star der 60 - 80-er Jahren, übrigens sein Poster findet man auch im Film, bzw. in diesem Musikvideo.... also, vom "Liebe Nach Fahrplan" bis zum "Alois Nebel"... hallelujah...




Sonntag, 25. November 2012

"LIMONOW" - Eine Lesung in Freiburg

Wim Wenders wollte sein Debütroman noch anfang der 80er  verfilmen, aus verschiedenen Gründen klappte es damals nicht. 30 Jahre spätert hat ein Französe seine Biografie geschrieben und erhielt dafür eine der grössten literarischen Auszeichnungen in Frankreich - Prix de la langue française. Eduard Limonow der russische Dichter, Schriftsteller Politiker und Dissident.

Eduard Limonow in den 70er.
Eine Reportage hätte es werden sollen, dann wurde es zum preisgekrönten Bestseller: Emmanuel Carrères Romanbiographie über Eduard Limonow, den russischen Undergroundhelden, Autor, Abenteurer und politischen Aktivisten der Putinjahre, der sich linker wie rechter Programme zu bedienen scheint. Carrère, der Limonow mehrmals begegnet ist, nähert sich mit der Ambivalenz des französischen Intellektuellen: fasziniert, abgestoßen und immer wieder bereit, sich mitreißen zu lassen, skizziert er eine schillernde und zugleich fragwürdige Persönlichkeit: Charkow, Moskau, New York, Paris, Sarajewo: wo begann das vorige Jahrhundert und was ist mit Russland und der Welt seit den Zeiten des Postkommunismus passiert?
 Limonow heute
Emmanuel Carrère, geboren 1957 in Paris, ist Schriftsteller, Filmproduzent und Drehbuchautor. Für seinen Roman Limonov erhielt er 2011 die französischen Literaturpreise Prix Renaudot und Prix de la langue française. 
Am Dienstag, 27.11. um 20 Uhr liest Alten Wiehre Bahnhof
die deutsche Übersetzerin des Buches Claudia Hamm. 
Die Lesung kosten € 5,- ermäßigt € 4,- 
Danach zeigt noch das KoKi ein Film von Carrère "RETOUR À KOTELNITCH" , den kann ich aber eher für die Hardcore-Russia-Fans empfehlen, die Lesung entgegen verspircht sehr Interreessant zu werden.

und noch ein paar interessante Links zum Themaa:


 

Samstag, 8. Dezember 2007

JAROMIR 99 & THE BOMBERS - Ein Gepräch

Vor einiger Zeit habe ich versprochen, etwas über die neue Band aus Tschecheen JAROMIR 99
& THE BOMBERS
 zu schreiben. Hier ist ein Promointerview von dem Brünner Label "Indies Scope". Ganz unten sind die Umschläge der drei Folgen des Comics über 
Alois Nebel. Mehr über das Comics und sein Hauptheld kann man  hier erfahren.
Insgesamt gibt es drei Folgen: Alois Nebel 1 -  "Der weiße Bach" (2003),
Alois Nebel 2 - "Der Hauptbahnhof" (2004) und Alois Nebel 3 - "Das Goldene Gebirge" (2005),
die vierte Band "Auf der Strecke" erscheint bald in dem tschechischen Verlag Labirint.

Jaromír 99 Švejdík -Gitarre, Vocal
Jaroslav Rudiš - Keyboards
Joa Kater -Gitarre, Vocal


Wie eigentlich entstand die Band „The Bombers“?
„The Bombers“ wurden im Jahr 2007 während der Ausstellungen und Vernissagen des Komikers Alois Nebel geboren. Wir fühlten ein Bedürfnis, diese Aktionen mit etwas zu beleben. Zunächst spielten wir ein paar Lieder von UMAKART, dann aber hatte Jaromir auf einmal angefangen, neue Texte zu schreiben, wenn er sich vom Zeichnen des Comics Bomber entspannte. Wir sind eine Comicband. Es geht uns nicht so sehr um die Form als um den Inhalt, scharfe Striche, das Spiel mit Übertreibungen. Und für einige von uns geht es auch darum, das Rockerleben ein wenig zu genießen.

Sind „The Bombers“ eine Band aus Freunden oder ist Jaromir 99 ein Leader, der über das Ganze herrscht?
Jaromir ist der Leader, auch wenn es manchmal bei den Konzerten nicht so aussieht, weil unser Gitarrist Joa eine natürliche Neigung hat, die Initiative zu übernehem. Nicht umsonst ist er unser Manager. In Übrigen sind wir große Freunde, denen es gefällt zusammen zu sein und wir möchten das genießen.

Der Name von Jaromír Švejdík ist mit der Bands PRIESSNITZ und UMAKART verbunden, wodurch also unterscheiden sich THE BOMBERS?
Darin, dass das keine Musikerband ist. Wir achten viel mehr aufs Image, als es bei tschechischen Bands üblich ist. Manchmal fliegt uns der Rhythmus davon oder die Akkorde stimmen nicht. Aber wir spielen um des Spasses willen. Wir lassen uns von der nördlichen Fanilienmusik inspirieren. Die Musik sehen wir als Entspannung.

Sind die Lieder auf dem Album von Comics inspiriert oder lassen sich auch andere Inspirationsquellen finden?
Das Album „The Bombers“ entstand als Soundtrack zum Comic „Bomber“, der gerade bei unserem tschechischen Verlag „Labyrint“ erscheint. Wir lassen uns von Allem inspirieren: von Kneipen, Bands von myspace.com, Volksmusik, Blasmusik, von Folk, Country, von Hip-Hop , TV-serien, von Filmen , Literatur, aber am meisten wohl von Comics. Nichts begrenzt uns in unserer Inspiration. Beim Spielen, vielleicht doch. Wir überwinden das aber mit Enthusiasmus und Einsatz.

THE BOMBERS haben ein ganz anderen Sound gegenüber PRIESSNITZ und UMAKART, sind auch die Lieder ganz anders als bei den genannten Bands?
THE BOMBERS sind das Gegenteil von UMAKART, die städtisch kalt und vom Ton her ziseliert waren. THE BOMBERS sind spontaner, mit einem schlechtem, schmutzigem Sound. PRIESSNITZ ist eine gewöhnliche Konzertband, Lebensunterhalt und fast eine Familie. THE BOMBERS und UMAKART sind zeitlich begrenzte Projekte.

Jaroslav Rudiš ist in erster Linie als ein Schriftsteller und Drehbuchautor bekannt. Spielte er vor THE BOMBERS in einer anderen Musikband?
Von Zeit zu Zeit tritt Jára Rudiš während seiner Lesungen auf zusammen mit der von Legenden umgarnten Band U-BAHN, die literarischen Punk spielt. In THE BOMBERS lernte er ein bisschen Keyboard zu spielen. Aber, ehrlich gesagt, nur ein bisschen.

Wie wird die Albumpräsentation aussehen? Und wie oft habt ihr Konzerte zu spielen?
Wir haben schon die Auftritte in München und in Stockholm hinter uns und es wurde überraschend gut aufgenommen. Wir haben aber verstanden, dass wir noch mehr Härte brauchen. Es ist also gut möglich, dass wir bei den Liveauftritten noch ein Bass und Schlagzeug haben werden. Und wenn nicht, dann wenigstens Vozembouch. Ende November bereiten wir eine kleine Café-Tour vor. Wir würden aber hauptsächlich im Ausland auftreten. Wir haben das Gefühl, dass dort die Menschen uns mehr verstehen.
(Vozembouch, ein mittelalterliches Volksmusikinstrument, eine Art Stab mit einer Seite und einer Rassel. Dessen Weiterentwicklung war das Trumscheit.)

Alois Nebel 1 - "Der weiße Bach" (2003)


Alois Nebel 2 - "Der Hauptbahnhof" (2004)


Alois Nebel 3 - "Das Goldene Gebirge" (2005)

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Kaufrausch...



Das habe ich gestern bekommen!


EX YU ROCK ENZYKLOPÄDIE

Ein sehr nützliches Buch würde ich sagen, allerdings etwas teuer, fast € 50,- plus Versand.... dafür gibt es viel Interessantes zum Lesen und Nachschlagen, viele s-w Fotos, etc. Es besteht aus drei Kapiteln:
1) SFRJ 1960 – 1991,
2) Serbien 1991 – 2006,
3) Alle anderen Länder, nicht nur Ex-Yu.
Dazu gibt es noch einen Überblick über die wichtigsten Musikfestivals und die Musikpresse auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens und ein sehr gutes Register. Ein Standartwerk, also! Noch ein Grund mehr, um meine Kenntnisse im Serbischen & Kroatischen aufzufrischen.

Kaufen kann man es hier und bei Bezahlung lieber die Lieferung durch die Serbische Post auswählen, weil die Deutsche in diesem Fall zwei bis drei mal langsamer ist - meine persöhnliche Erfahrung.

Freitag, 28. September 2007

Potter auf Ukrainisch

Seit gestern gibt es das siebte „Harry Potter“ Buch in Deutschland auch auf Deutsch, seit vorgestern auf Französisch. Die erste Femdsprachenausgabe von „Deathly Hollows“ erschien aber schon am 25. September in der Ukraine im Verlag А-БА-БА-ГА-ЛА-МА-ГА (A-BA-BA-HA-LA-MA-HA). Es ist schon das zweite Mal, dass die Ukrainer die Ersten im Potterübersetzungswettbewerb sind (mit „Orden des Phoenix“ waren sie auch die Ersten), und das obwohl der erste Band von J. K. Rowling erst 2002 auf Ukrainisch erschien. In diesem Jahr gab es in Deutschland schon der vierten Band und die Russen verkauften in der Ukraine ihre Übersetzung des dritten Potters, als es IVAN MALKOVICH – der seinen Kinderbuchverlag im Jahr 1992 gründete – wagte, die ukrainische Version auf den Markt zu bringen. Viele Kritiker glaubten nicht an einen Erfolg. Gerade in der Ukraine, dem Land das bis heute verzweifelt mit schleichender Russifizierung kämpft, sagten sie, dass niemand sich so ein Buch kaufen würde, wenn es schon die russischen Übersetzungen gibt. Malkovich wagte es, diese Situation zu ändern und er hatte recht. Es hat funktioniert! Heute überstieg die Gesamtauflage aller Potterbücher auf Ukrainisch eine Million, und J.K.Rowling ließ sich mit der ersten Übersetzung ihres siebten Bandes fotografieren (ganz nebenbei wäre anzumerken, dass die russische Ausgabe erst am 13. Oktober erscheint).
Neben MALKOVICH muss man zwei weitere Namen nennen, ohne die es nie möglich wäre, eine der besten Potter-Reihen in der Welt zu machen. Das sind die Übersetzer VIKTOR MOROZOV und der Illustrator VLADISLAV JERKO.
VIKTOR MOROZOV, der zwischen seiner Heimatstadt Lviv (Lemberg) und dem kanadischen Toronto pendelt, wurde schon im Jahr 1971 bekannt, als seine Folk-Beat-Band ARNIKA große Popularität in der damaligen Ukraine, aber auch in der restlichen UdSSR erlangte.   


Er war einer der ersten, denen es gelang, die ukrainische Folklore mit den neuen westlichen Rhythmen zu verschmelzen. Grob gesagt, war er eine Art ukrainischer GORAN BREGOVIC, der sich im Sowjetsystem leider nicht entwickeln konnte, weil die Rockmusik in Breschnews Reich verboten war. Bis jetzt macht er Musik, aber eher als ein Hobby, sein zweites Talent offenbarte sich in Literaturübersetzungen, denen er seine Hauptzeit widmet. Außer aus dem Englisch übersetzt er auch aus dem Portugiesischen, unter anderem Paolo Coelho’s Roman „Der Alchimist“. Interessantes zu seinen Übersetzungen findet man hier (auf Englisch). In gewissem Sinne ist Morozov sich aber treu, er war und bleibt Vermittler zwischen der Westlichen und Ukrainischen Kultur, egal ob es um Musik oder Literatur geht.
Die „Harry Potter“ Bücher wurden in 61 verschiedene Sprachen übersetzt, von Albanisch bis Zulu, die meisten Ausgaben benutzten aber die Covers der amerikanischen Künstlerin Mary GrandPré, weil nur wenige Verlage J. K. Rowling mit eigenen Umschlagsentwürfen überzeugen konnten. Der Kiewer Graphiker VLADISLAV JERKO konnte es. Seine Potter-Covers zählen zu den besten in der Welt, sein Ruhm begann aber schon früher. 

Jerko hat selber in einem Interview verraten, dass es gerade Malkovich war, der ihn überredete als Kinderbuchillustrator zu arbeiten und ihn in seinen Verlag einlud. Das war Mitte der 90er, seitdem bekam er zahlreiche Auszeichnungen für seine Werke. Sogar die Russen mit ihrem Kulturchauvinismus interessieren sich für die Bücher, die Jerko illustriert hat. Hoch gelobt wurden seine Arbeiten zu Büchern von Carlos Castaneda, zum „Alchemist“ von Coelho (die besten in der Welt, so sagte Coelho selbst) und vielen anderen. Hier gibt es ein paar Scans von Jerkos Bildern zur „Schneekönigin“ von Andersen und zu Englischen Märchen. Verschiedene Potter-Covers von Vladislav Jerko findet man auch hier.
Zwar habe ich die ganze Reihe schon längst durch gelesen, überlege mir aber gerade alle 7 Bände von А-БА-БА-ГА-ЛА-МА-ГА zu bestellen, einfach so, der Buchkunst halber.