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Donnerstag, 19. April 2012

GoEast 2012 Eröffnungsfilme….

goeast_2012
Um 19 Uhr ging also das 12 GoEast Filmfest von osteuropäischen Film los, und schon bei der Eröffnungszeremonie könnte man die gute Filme sehen. Auf jeden Fall erwähnungswert ist der alte jugoslawische Kurzfilm von Karpo Godina aus dem Jahr 1972 “Von der Kunst der Liebe oder ein Film in 14441 Bildern” – irgendwo in Mazedonien steht ein Armeeregiment und in der Nähe eine Fabrik, wo nur die Frauen arbeiten… die Kontakte sind verboten.. dazu eine Psychedelic Rock zum einen Text “Eine Tausend Soldaten und eine Tausend Frauen… und keine Kinder, keine Kinder….” einfach köstlich, übrigens den Film hat Jugoslawische Volksarmee sponsiert, man dachte einen Werbefilm fürs Militär zu drehen… Die leichtgläubige Militärbürokraten, die ahnten nicht was der gute Karpo Godina vorhatte!
Von der Kunst der Liebe
Sowjetischer “Traum eines Fußballfans” aus dem Jahr 1953 zeigte nicht nur die Fußball Mode von damals sondern der Tanzkunst der russischen Volkstänzer und Choreographen, sehr amüsant. Der Symposium über die Geschichte von dem ältesten russischen Filmstudio LENFILM aus St.Petersburg ist eine sehr gute Idee, und zwar die Filme sind sehr gut bekannt, die Vorträge werde ich unbedingt besuchen!
Visual Son Bolelshchika
Und schließlich.. der Eröffnungsfilm des Festival – der vierte Film von Bohdan Slama – “Vier Sonnen/Ctyri Slunce”. Kurzgesagt – ein echter Slama Film, wer kennt “Die wilde bienen” oder “Jahreszeit des Glücks” versteht was das bedeutet. Ich habe schon Angst dass es der beste Festivalfilm bei diesem GoEast bleibt… Hervorragende Schauspieler, perfekte Fotografie, Soundtrack… Anna Geislerová, sie spielte bei jedem Bohdan Slama Film und Jaroslav Plesl, der zum ersten mal bei ihm spielt sind hervorragend…. zum ersten mal kam bei Slama auch die tschechische Rockmusik im Einsatz, die Punklieder aus der letzten 20 Jahren sind nicht nur dabei weil der Junge Vena ein Punk wird, sondern sprechen dafür dass die CSSR-Erbe schon der Geschichte gehört, und die Probleme der heutigen Tschechen liegen nicht in dieser alten Vergangenheit. Die drei ersten Spielfilme von Bohdan Slama fanden in BRD eine Verleih, der vierte Film wird auch, meine Meinung nach sehr Bald in deutschen Kinos landen, vielleicht sogar in diesem Sommer, spätestens in Herbst.
Vier Sonnen
soweit so gut morgen geht es weiter in Wiesbaden beim GoEast Nummer 12.

P.S Aus noch unbekannten Grund habe ich im Februar angefangen wieder mal die Romane von Haruki Murakami nach eine 7-8 Pause wieder zu lesen... und denke dass Bohdan Slama liest den japanischen Grenzgännger gene auch.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Delicious Offbeat Vibration Festival


Seit 8 Jahren gibt es schon in Freiburg dieses Musikfestival. Heute, am 9. Juni beginnt das wieder! Also am Eselwinkel 7, beim Flüglpatz auf der Geländer der Schattenparker in der Nähe von IKEA. Das heutige Programm beginnt ca. ab 18 Uhr, und am Freitag und Samstag geht es weiter.
Das Festivalteam hat sich in diesem Jahr echt Mühe gegeben und außer sehr guten Programm auch eine gute Webseite gemacht, mehr Infos zum Fest, zur seine Geschichte, Fotos von vergangenen Jahren etc. findet ihr also hier -
OFFBEAT FESTIVAL BLOGSPORT.DE
Und heute Nachts bin ich auch dort zusammen mit DJ Ernesto im Grand Palace. 

Samstag, 24. April 2010

GoEast Teil3

Heute am Samstag agb's niht so viele Filme, dafür war es der letzte Tag von Symposium "Das befreiende Lachen". Am Mittwoch schffte ich nich den einzigen verbotenen In Ungarn Film anzuschauen, heute besuchte ich zunächst der Vortrag von Janos Can Togay "Peter Bacsos ZEUGE(n) - ein spezielle Zensurfall in Ungarn" und dann guckte ich den Film
1. A TANU / Der Zeuge (Ungarn, 1969, Peter Basco) - eine typische Ostblock Komödie aus der 60-er, ich glaube so richtig witzig ist sie nur für diejenigen, die im diesen Realsozialsmus aufgewachsen sind. Auch nach dem Vortrag habe ich nicht apiert, warum man hat sie in Ungarn verboten, nicht weil sie so harmlos war, aber warum gerade diesen Film, wenn es im Ungarn viel kritischere Filme damals und auch später gab's.
2. PASTORALI / Ein Sommer auf dem Dorf (Georgien, UdSSR 1875) Iosseliani - wieder Iosseliani , wie Andrej Sinjavskij hatte er bloß die esthetische unstimmigkeiten mit dem Sovjetischen Staat, wie Sinjavskij landete er in Paris.
3. KONSTANTIN SI ELENA / Konstantin und Elena (Rumänien, 2009) Ein gut gemachte Porträt zwei late Menschen - eine Ehepaar, die seit 55 Jahren in einem Dorf in rumänischen Moldova lebt, es gab für mich persöhnlic im Film 2 sehr rührende Momente, ich glaube aber nicht daß sie dafür verantwortlich sind, daß der Film internatioanl sehr erfolgreich läuft. Man lud ihn zu 45 Filmfestivals, er wrde sogar von den japanischen und südkoreanischen Fernsehern gekauft.... und das Ganze geschieht mit einer Debutdokumentation.
4. METASTAZE / Metastazen (Kroatien, 2009) Ein kroatischer "TRAINSPOTING", nicht nur dem Filmaufbau wegen. Insgesammt gelingt dem Regiesseuren Branko Schmidt ein packender Thriller über ziellosen Kriegsveteranen in heutige Zagreb. Sie sind immer noch im Krieg jetzt mit ihrer ganze Umgebong und rein aus der Gewöhnheit immernoch mit den Serben. Besonders gelungen ist die Ende, die, man kann sagen sogar rettet den Film.
5. A VAGYAKOZAS NAPJAI / Tage der Sehnsucht (Ungarn, 2009( Das Beste zum Schluß. es war wirklich der Film des Tages! - Geschichte eines stummes Dienstmädschen und ihren Arbeitgebern - wunderbar schwarz-weiss fotografiert, perfekt gespielt, sehr beindrückend. Die Handlung zu erzählen hat keinen Sinn, Ganz am Anfang kommt sie ins Haus mit dem Rücksack am Ende steht sie wieder auf der Strasse nachdem sie von dder Hausfrau zugehör bekam: "Pack deine Sachen und verschwinder, ich hasse deine Schweigen, irgendwann in 20 Jahren das Leben wird dich auch brechen".
Vielleicht kriegt der Film den Hauptpreis? Der Wettbewerb ist aber noch nicht zu Ende es sind noch 2 Tage von GoEast geblieben.

Donnerstag, 22. April 2010

GoEast Teil1

Zum zenten mal startete also GoEast im Wiesbaden...


Es gibt bereits ein sehr schönes Blog zum Festivsal bei 3Sat schaut mal rein es ist wirklich interesant!

Am Mittwoch began das ganze mit einer Eröffnungszeremonie im besten Kinosaal Deuschlands Kino Kaligari, zwischendurch zeigte man 5 Kurzfilme, wobei der beste Film war von Murad Ibragimbekov - einem Azerbaijaner der längst in Moskau lebt. Ein fantastischer scharzweis fotografierter Kurzfil eine Art "Sky Captain and the World of Tomorow" nur in Stalinscher Rußland, errinnert sehr an die Kurzgeschichten von Wladimir Sorokin... Ich will den Fil haben, vielleicht klappt es sogar...???
Erröfnungsparty war auch sehr nett mit DJ Janek von La Bolshevita. Am Freitag wird er auflegen zusammen mit dem Saxofonisten von BALKAN BEAT BOX Ori Kaplan. Ich habe keine wahl ich muß hin.

Heute, am Donnerstag schaffte ich 6 Filmen und die Simposiumserröfnung zu besuchen. Kurzgefasst meine erste Eindrucke:
1. Skazka Pro Temnotu / DAS MÄRCHEN DER DUNKELHEIT, Nikolay Khomeriki Russland 2009 - ein typische Prestrojka-Film, dessen Ausgangspunkt ist einfach - alles ist in dieser Welt Scheiße außer Urin.
2. Babske Radio Elke Sasse, Deutschland - Eine Doku über Dorfleben in der heutigen Ukraine. So exotisch ist das ganze wie ei Film über Afrika oder Lateinamerika, nur direkt vor dem neuen Eisernen Vorhang.
3.Girgobistve / Die Weinernte Georgien/UdSSR, 1966 - Spielfilmdebut von Otar Ioseliani, sehr fein mit viel Gefühl gemachtes Film über einen Jungen Mann und seine Alltagsprobleme, So könnte Milos Forman's "Cerni Petr" aussehen, wenn Forman ein Georgier wäre.
4.Vasha / Bruder (Estland, Hannu Salonen 2009) - typisch estnischer Film - er war viel besser als ich es erwartet habe. Ein Thriller mit unerwarteten Wendungen, mit dem Hinergrund des Tschetschenien Krieges. Gut gespielt, fotografiert, sehr präzise.
5. Street Days / Auf der Strasse (Georgien, 2009, Levan Koguashvili) - noch ein Debut aus Georgien an diesem Donnerstag. Der Film ist nicht schlecht gemacht, ist aber nicht besonderes. Geschichte eines älteren Junkies, der am Ende sieht nur ein Ausgang aus seiner ausgangslose Situation - ein Selbstmord. Das Beste im Film war - ein georgischer Alltag zu beobahcten, die Strassen, die Wohnnungen..., einfach Georgisch zu hören.
Ah, ja es gab noch ein Vortrag on Oksana Bulgakova zum Symposiumsthema - Das befreiende Lachen - Eine kurze Geschichte des osteuropäischen Filmhumors. Mir hat's gefallen.
Bilder stelle ich schon später, ich will schlafen, tschuldigung.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Goran Bregovic auf dem ZMF: Schweißgetränkt und blechgestählt

Badische Zeitung über Bregovic:

Blasmusik steht in Deutschland vor allem für Gemütlichkeit. Beim Dorfhock kommt man eher selten in Ekstase. Auf dem Balkan ist das anders. Zum Guca-Festival strömen jedes Jahr Hunderttausende nach Südserbien, um sich drei Tage und Nächte lang von der Musik Hunderter Blaskapellen berauschen zu lassen. Gegen das Hochgeschwindigkeitsblech der Roma-Kapellen, deren Musiker von den Besuchern Geldscheine auf die schweißnasse Stirn geklebt bekommen, wirken mitteleuropäische Blasorchester wie Bummelzüge. Auch Goran Bregovics "Wedding and Funeral Band" hat schon auf diesem Festival gespielt, was in Teilen auf der aktuellen CD "Alkohol" als Live-Mitschnitt nachzuhören ist. Als der 59-jährige Musiker beim Freiburger ZMF die Bühne betritt, hat er ein paar 100-Euro-Scheine dabei, die er seinen Bläsern zwischen die Ventile der Instrumente steckt. Die lassen sich nicht lumpen und bieten ein zweieinhalbstündiges Blech-Spektakel. Nie zuvor waren Volkstänze, mit denen sich das enthusiastische Publikum in den Gängen vergnügt, so sexy, nie zuvor war Blasmusik so aufpeitschend. ......WEITER LESEN....


Badische Zeitung Mi.8.07.2009

Donnerstag, 2. Juli 2009

LA CHERGA Konzert bei Fudder.de

La Cherga im Spiegelzelt: Feurig scharfer Klezmer-Dub

Geheimtipps ziehen in Freiburg nicht. Wenn kein großer Name lockt, kriegt man die Bude einfach nicht voll. Und wenn dann noch die Balkan-Diaspora ausbleibt und die Alternativos für heute Abend ihre Tofu-Lasagne geplant haben, sieht’s halt leer aus, im Spiegelzelt. So gestern Abend bei La Cherga.

Ein paar Ethnologiestudenten/innen sind aber dennoch gekommen und mischen sich patschuli-selig unter die ZMF-typische Ü40-Fraktion. Irgendwann, als die Veranstalter sich für die innovationslahme Provinz genug fremd geschämt haben, rekrutieren sie vorm Zeltvorplatz kampfunerfahrene Party-Söldner, die mit Pommes und Merguez bewaffnet die Manege umstellen.

La Cherga gibt sich unbeeindruckt. Routiniert stellen die sieben Slawen ihr Debütalbum vor und knüpfen aus verschiedensten stilistischen Elementen einen bunten musikalischen Flickenteppich (= Tscherga). Gut, dass sie einen Schlagzeuger mitgenommen haben, dessen satte Bassdrum die zaghaft programmierten Beats des Tonträgers augenblicklich vergessen machen („Don’t Go This Way“); beeindruckend, wie souverän die Musiker aus Dub, Polka, Ska und Klezmer feurig-scharfen Ajvar garen. ........WEITER LESEN.....

Eine durchaus positive Beschreibung, was kann man dazu sagen? Vielleicht passt noch die erfreulische Feststellung, dass die Postgermanen schon wissen sollten, was Ajvar bedeutet.

Samstag, 27. Juni 2009

LA CHERGA kommt nach Freiburg

Zum zweiten Mal wird LA CHERGA aus Graz in Freiburg beim ZMF am kommenden Dienstag, den 30. Juni spielen. Die Band ist toll, das Debütalbum ist super, also nicht verpassen! Mehr Infos gibt's hier
Und bei mir gibt's heute Bilder von ihrem ersten Gig in Freiburg. Das war am 27. März im E-Werk. Wie immer steckt hinter der Collage die volle Galerie.







Dienstag, 9. Juni 2009

Delicious Offbeat Vibration Festival


Zum siebten mal in Freiburg beginnt am Donnerstag das Delicious Offbeat Vibration Festival. Drei Tage abgefahrene Musik, gute Laune und Spaß Open-Air!
Das Festival-Programm findet ihr hier. Ich werde meine Dosen dort am Donnerstag auflegen. Hauptsache - das Wetter spielt mit... Und so findet man den sogenannten Eselwinkel.

Beim Regen, Gewitter, Tornados etc. werden Konzerte und Partys in der KTS verlegt. Tausend Dank an Jungs von ESPERANZA SOUNDSYSTEM, die es wieder geschafft haben, mit eigenen Mitteln einer der besten musikalischen Events der Stadt zu organisieren.

Dienstag, 15. April 2008

Die Preise von Go East 2008 wurden vergeben an....

Fast die ganze Woche war ich in Wiesbaden beim GoEast Filmfestival. Osteuropäische Filme von morgens bis nachts, das tut immer gut! Ich schreibe sicher noch was zu den einzelnen Filmen, jetzt aber nur die Preise, die gerade am heutigen Abend vergeben wurden.... Also...


1. Škoda-Preis „Die Goldene Lilie“ für den Besten Film
MAGNUS / MAGNUS - Estland/Großbritannien 2007 Regie: Kadri Kõusaar

2. Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ DIE BLUMENBRÜCKE / PODUL DI FLORI - Rumänien 2008 Regie: Thomas Ciulei

3. Preis für die Beste Regie der Stadt Wiesbaden
LIEBE UND ANDERE VERBRECHEN / LJUBAV I DRUGI ZLOČINI - Serbien/Deutschland/Österreich/Slowenien 2008 Regie: Stefan Arsenijević

4. Preis des Auswärtigen Amts
AM FLUSS / BILJA RIČKI (U REKI), Ukraine 2006 Regie: Eva Nejman

Lobend erwähnt wird:
5. Die herausragende Leistung des Schauspielerensembles Sergej Puskepalis, Leonid Bronevoj, Svetlana Kamynina in DIE EINFACHEN DINGE / PROSTYE VEŠČI - Russland 2006, 
Regie: Aleksej Popogrebskij
6. Für ein umfassendes Mosaik der bulgarischen Gegenwart und Vergangenheit
THE MOSQUITO PROBLEM AND OTHER STORIES / PROBLEMAT S KOMARITE I DRUGI ISTORII - Bulgarien/Deutschland/USA 2007 Regie: Andrej Paunov

7. Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)
MAGNUS / MAGNUS - Estland/Großbritannien 2007 Regie: Kadri Kõusaar

Filmförderpreis für Koproduktionen von Nachwuchsfilmemachern aus Deutschland und Ländern Ost- und Südosteuropas der Robert Bosch Stiftung
Kategorie Kurzspielfilm:
8. SUNSTROKE (Deutschland/Ungarn) - Regie: Lili Horváth, Produzent: Henning Kamm, Kamera: Róbert Maly
9. RENOVATION (Deutschland/Rumänien) - Regie: Paul Negoescu, Produzent: David Lindner, Drehbuch: Simona Ghita, Kamera: Paul Andrei Butica
Kategorie Dokumentation:
10. KEIN ORT – NOWHERE IN EUROPE (Deutschland/Polen) - Regie: Kerstin Nickig, Produzent: Michael Truckenbrodt, Co-Produzent: Marcin Wierrzchoslawski, Kamera: Michal Tywoniuk
11. Preis der BHF-BANK-Stiftung für den besten Beitrag einer osteuropäischen Hochschule
BEIM FLUSS / PRZY RZECE - Regie: Magdalena Kowalczyk, Polen 2006, Hochschule: Andrzej Wajda Master School of Film Directing, Warschau

Preisträger des goEast-Hochschulwettbewerbs 2008

In der Sektion Dokumentarfilm:
12. BEIM FLUSS / PRZY RZECE - Regie: Magdalena Kowalczyk, Polen 2006, Hochschule: Andrzej Wajda Master School of Film Directing, Warschau
Zweite Preise:
13. FRAUENBILDER - Regie: Tinatin Gurchiani, Deutschland/Iran 2007, Hochschule: HFF Potsdam-Babelsberg
14. WEGEN DER SCHUHE/ O TOPANKI - Regie: Rozálie Kohoutová, Tschechische Republik 2007, Hochschule: FAMU Prag

In der Sektion Animations- und Experimentalfilm:
14. CHORD - Regie: Simon Rauh, Deutschland 2008, Hochschule: Fachhochschule Mainz
Zweite Preise:
15. MY HAPPY END - Regie: Milen Vilanov, Deutschland 2007, Hochschule: HFF Potsdam-Babelsberg
16. MENSCHEN AUF DER PARKBANK / LAVIČKÁŘI - Regie: Denisa Grimmová, Tschechische Republik 2007, Hochschule: FAMU Prag

In der Sektion Kurzspielfilm:
17. I DON’T FEEL LIKE DANCING - Regie: Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf, Deutschland 2008, Hochschule: HFF Potsdam-Babelsberg
Zweiter Preis:
18. WIE ES IST, MEINE MUTTER ZU SEIN / JAK TO JEST BYĆ MOJĄ MATKĄ - Regie: Nora McGettigan, Polen 2007, Hochschule: Andrzej Wajda Master School of Film Directing– Wajda-Schule, Warschau
Dritter Preis:
19. WÜRMER / ČERVI - Regie: Viera Cakanyova, Tschechische Republik 2007, Hochschule: FAMU Prag

goEast-Preis in Gedenken an Reinhard Kämpf:
20. DIE BLUMENBRÜCKE / PODUL DI FLORI - Rumänien 2008, Regie: Thomas Ciulei

P.S.: Vielleicht werden bald hier noch kleine Kommentare zu den Preisträgern erscheinen, wer weiss, ansonsten, Fotos der Preisträger und weiteres Pressematerial zum goEast Filmfestival 2008 stehen unter www.filmfestival-goEast.de im Pressebereich zum Download bereit.

Dienstag, 27. November 2007

COTTBUS 2007 Teil 3, Positives noch mal

Diese Filme waren auch in ofiziellen Wettbewerb: 

PRAVIDLA LZI / REGELN DES LÜGENS (Tschechien)
Ein spannendes Kammerspiel über eine Selbsthilfegruppe von Junkiesaussteigern, die auf eine wahre Geschichte basiert und an Originalschauplätzen im Frühjahr 2006 gedreht wurde. Wie einer der Hauptdarsteller, Jan Budař, nach der Vorführung erzählte, wohnten die Schauspieler eine Zeit lang in einer selbstverwalteten Einrichtung auf einem ehemaligen Bauernhof in engem Kontakt mit den Patienten (wenn man so sagen darf) und dadurch kam diese Genauigkeit zustande, die, zusammen mit bester schauspielerischer Leistung, den Zuschauer bis zuletzt in Bann hält. Das den Plot vontreibende Geheimnis wird am Ende ein klein wenig gelüftet und das, finde ich, gibt dem Film noch mehr Würze, weit weg von jeglicher Didaktik.


PUTESCHESTVIE S DOMASCHNIMI SCHIWOTNYMI / REISE MIT HAUSTIEREN (Rußland)
Zwar ist der Name lang, die Geschichte aber ist einfach und kurz: eine bildschöne Frau lebt in einem kleinen Haus an der Eisenbahn, sie hat Probleme mit Männern und am Ende adoptiert sie einen Junge aus dem Weisenhaus, aus dem sie selbst eigentlich stammt. Ein typischer Russenfilm, wo die Seele sooo groooß ist, wie man es hier in Deutschland mag, das Leben ist aber hart, schmutzig, grau und unmenschlich, was man hier auch zu schätzen weiß. Es bleibt nur zu klären, wieso zwischen Moskau und St. Petersburg (wo die Dreharbeiten stattfanden) alles so erbärmlich aussieht wie vor 100 Jahren, vielleicht noch schlimmer. Wo ist das Geld von Gazprom?
Der Film bekam dafür den Hauptpreis beim diesjährigen Moskauer Filmfestival und auch in Cottbus hat er gut abgeräumt, insgesamt 5 Preise.


RASSLEDWANE / DIE UNTERSUCHUNG (Bulgarien)
Der Hauptpreisgewinner dieses Jahres ist eine gut gemachte bulgarische Variation des deutschen TATORTS. Die Kommissarin versucht den ganzen Film über, den schon überführten Brudermörder, der die Aussage verweigert, zum Reden bringen. Dazu kommen noch Probleme in der eigenen Familie, die man auch hierzulande jeden Sonntag um 20:15 geniessen kann – und fertig ist der Film. Die Regisseurin und ihre Produzentin haben sich beschwert, dass der Film Schwierigkeiten hat, in die bulgarischen Kinos zu kommen. Ich verstehe das vollkommen, für so etwas gibt es schon seit Jahren das Fernsehen und seit einiger Zeit sogar Home Cinema.
Wieso dann den Hauptpreis? Vielleicht, weil zum letzten Mal ein Film aus Bulgarien vor 15 Jahren den Hauptpreis gewonnen hat (MALTSCHANIETO, von Krassimir Krumov).


RUSSKIJ TREUGOLNIK / DAS RUSSISCHE DREIECK (Georgien)
Das kann so manchen in Verwirrung bringen: ein russisch-patriotischer Film kommt aus Georgien. Ich bin auch so einer, ich bin verwirrt! Besonders nachdem der Regisseur Aleko Tsabadze sich nach der Vorführung weigerte, über seinen Streifen zu sprechen. Angeblich wollte er nur auf Publikumsfragen antworten, die vollbesetzte Cottbuser Stadthalle aber schwieg, das Publikum brauchte vielleicht noch ein bisschen Zeit, Tsabadze ging aber....
Der Film ist ausschließlich mit russischen Darstellern besetzt, in rein russischer Sprache und spielt in einer nicht näher definierten russischen Großstadt. Den Hintergrund bildet der Krieg in Tschetschenien, der zwar schon seit Jahren erstickt scheint, die Funken davon sind aber in ganz Russland zu spüren sind. Das Skript entstand offensichtlich nach dem Lesen des ersten Romans von Boris Akunin (AZAZEL, auf Deutsch FANDORIN). Ein Polizeipraktikant untersucht auf eigener Faust die geheimnisvollen Morde an angesehenen Geschäftsleuten. Das wäre vielleicht ein sehr guter Thriller über das heutige Rußland, wenn nicht dieser neue russische Patriotismus wäre, der in den letzten Jahren unter Putin kultiviert wurde. Die Frage ist nur, wieso gerade ein Georgier diesen Film gemacht hat?


STUCZKI / KLEINE TRICKS (Polen)
Polnische Filme sind für mich ein Begriff an sich. Die perfekte Kamera (die Kameraleute aus Lodz sind einfach die besten in der Welt) plus eine permanente Darstellung des moralischen Zustands der Gesellschaft sind ihre Stärke. Dadurch sind sie für mich nie langweilig. Auch die Geschichte des kleinen Stefek, der versucht mit Hilfe kleiner Tricks seinen angeblichen Vater zur Familie zurück zu bringen, ist durchaus kurzweilig, unterhaltsam und amüsant. Das Leben in einem Provinzstädtchen bietet während der Sommerferien nicht viel an Unterhaltung, besonders wenn die ältere Schwester von einem Job in Italien träumt, die Mutter den ganzen Tag im kleinen Lebensmittelladen arbeitet und es keine gleichaltrigen Freunde gibt. Da bleibt einem nur, mit dem Freund der Schwester Motorrad zu fahren und die Züge und ihre Passagiere am Bahnhof zu beobachten. Ein Film über große Gefühle in kleinen Menschen.


ŽIVI I MRTVI / DIE LEBENDEN UND DIE TOTEN (Kroatien, BiH)
Der gut gemachte (Anti)Kriegsfilm ist nach dem erfolgreichen Roman von Josip Malkić gedreht und führt zwei Kriege zusammen, den Zweiten Weltkrieg und den bosnischen Krieg der 90er Jahren. Der Clou dabei ist – der selbe Schauplatz, ein sogenanntes „Tal des Todes“ irgendwo in Herzegowina. Derselbe Schauplatz – aber ein anderer Krieg, wo die ehemaligen Verbündeten zu Feinden werden (jetzt sind sie wieder Verbündete). Wenn aus der Truppe Ustaša-Domobrani ein einziger Mann überlebt, wohingegen in der sechsköpfigen kroatischen Abteilung, zu der auch der Enkel des Überlebenden gehört, kein einziger Mann am Leben bleibt.
Die beste kroatische Produktion des Jahres (Best Film, Best Director, Best Supporting Actors, Best Camera, Best Editing, Best Music, Best Sound, Best Special Effects beim kroatischen nationalen Filmfestival in Pula 2007) ist ein Film, der lange im Gedächtnis bleibt und den ich mir auch hier in den deutschen Kinosälen wünsche, aber ohne blöde Zuschauer wie das Mädchen (anscheinend eine Genderstudentin), das am Ende auf die geistreiche Frage kam: „Wieso gab es in dem Film keine einzige Frau?“
Zum Schluß noch der Trailer zum kroatischen Film:

Donnerstag, 22. November 2007

COTTBUS 2007 Teil 2, Positives

Nach dem negativen Ausfall der vergangenen Woche ist es jetzt Zeit, etwas Gutes zu schreiben, um jeglichen Vorwürfen des Masochismus zuvorzukommen.
Weil 2 Kurzfilmprogramme unter dem Namen „Lange Nacht der kurzen Filmen“ am einem Tag (Freitag, 9.11.) gezeigt wurden, musste ich sie vorher auf Video anschauen. Zu meinem Bedauern schaffte ich nicht alles zu sichten, aber von dem Gesehenen habe ich mir den polnischen Kurzfilm PORNO (Regie Jan Wagner) als sehr sehenswert vorgemerkt und war echt erfreut, als er den Hauptpreis im Kurzfilmwettbewerb bekommen hat. Es war aber der einzige Fall, dass ich mit den verschiedenen Juris des Festivals in voller Übereinstimmung lag.

Vom Spielfilmwettbewerb schaffte ich es nicht, zwei Filme anzuschauen: IZGNANIE / DIE VERBANNUNG (Russland), weil ich hoffe, ihn bald bald im Netz zu finden, und 4 LUNI, 3 SAPTAMANI SI 2 ZILE / 4 MONATE, 3 WOCHEN UND 2 TAGE (Rumänien), weil er sowieso ab Mitte November als Cannes-Palme-Gewinner in die Deutschen Kinos kommt (hier steht die Frage, auf was für ein Festival muss ein osteuropäischer Film gewinnen, um in Deutschland in den Verleih zu kommen? Cannes, Venedig und Oskar von L.A. bitte nicht anbieten!)

Jetzt alle Wettbewerbsfilme, dem Alphabet nach:

BOZ SALKYN / MORGENTAU (Kirgistan). Zwar ist Kirgisien so ein osteuropäisches Land wie China, dennoch ist es gut, dass die alten DDR-Verbindungen nicht abgebrochen wurden und man etwas von dort zu Sehen mitbekommt. Man liebt in Deutschland chinesische Filme über Mongolen, zumindest in unserem Kommunalen Kino sind sie immer ausverkauft. Ich glaube die Geschichte über eine Brautentführung im heutigen Kirgistan könnte genauso erfolgreich in Deutschland laufen... Prachtvolle Landschaften, schön fotografiert, dazu noch eine spannende und gut gespielte Story, die bis zum Schluss den Zuschauer in Bann zieht. Ehrlich gesagt, dachte ich, dass MORGENTAU mehr bekommen könnte, als den „Cottbus ins Kino“-Preis zur Förderung des Verleihs eines Festivalfilms, vielleicht aber kommt der Film irgendwann wirklich in unser KoKi.



HAMLET (Serbien). Kurosawa hatte den König Lear mit Samurais verfilmt und hatte viel Erfolg damit. Der serbische Hamlet nun wohnt auf einer Mülldeponie und ist ein Zigeuner, sonst ist alles streng nach Shakespeare: mit dem Geist des Vaters, verrücktem Mädchen und einem Duell am Ende. Es fehlte nur die Szene mit dem Totenkopf (wenn ich es nicht verschlafen habe, denn der ganze Streifen ist in dunklen Farben gedreht, die nächtliche Atmosphäre herrschte von Anfang bis zum Ende, das Leben auf einer Deponie, halt!) Der Film wird sicher interessant sein für die Fans des größten Dramaturgen der Welt.

ÓPIUM – EGY ELMEBETEG NÖ NAPLÓJA / OPIUM - TAGEBUCH EINER IRREN FRAU (Ungarn) Für mich existiert „Ungarischer Film“ als ein Begriff, etwa so wie „Tschechisches Kino“. Man weiß, was man zu warten hat und bekommt das Erwartete. Der Plot ist nach real existierenden Tagebüchern des ungarischen Schriftstellers und Neurologen Gésa Csáth gedreht, der Clou dabei ist, daß der gute alte Mann lange Zeit tabu war, weil er seine Frau ermordet hatte und (wenn ich nicht irre) in der Psychiatrie verstarb. Die Hauptrollen (der drogenabhängige Arzt und seine Patientin) sind von skandinavischen Schauspielern besetzt, das ganze spielt 1913 in einer Irrenanstalt, am Ende steht eine Lobotomie. Sehr düster und brillant zugleich, eigentlich einer der besten Filmen des Festivals, natürlich ging er ohne jeglichen Preis aus dem Festival.

Freitag, 16. November 2007

SEEDOX - ein nützliches Filmportal

Ich glaube, das wird viele interessieren, also die ofizielle Pressemitteilung:


SEEDOX.ORG – DIGITALE PLATTFORM FÜR DOKUMENTARFILME AUS SÜDOSTEUROPA SEIT ANFANG NOVEMBER ONLINE



SEEDOX.org ist eine Initiative, die sich beim 7. goEast Filmfestival gegründet hat, um die Situation des zeitgenössischen Dokumentarfilms in Südosteuropa zu erforschen und zu analysieren. SEEDOX.org wurde von Festivalleiterin Christine Kopf und dem Südosteuropa-Experten Bernd Buder iniitiert, die Realisierung wird durch die Unterstützung des Balkan Fund der European Cultural Foundation und des Goethe Instituts ermöglicht. Im April dieses Jahres kamen in Wiesbaden Dokumentarfilm-Experten aus Albanien, Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, der Republik Moldau, Serbien und UNMIK Kosovo zusammen, um sich erstmals auszutauschen. Die Expertenreferate im Rahmen des Workshops haben die zuvor aufgestellte Arbeitshypothese bestätigt, dass es im Bereich des Dokumentarfilms bisher an Vernetzung mangelt und hier Handlungsbedarf besteht. Außerdem wurden einige spezifische, vor allem aber gemeinsame strukturelle Probleme aufgezeigt. Diese Analysen sollten vertieft und dem Fachpublikum in der Region zur Verfügung gestellt werden. Dahinter steht der Gedanke, dass durch das Bilden eines Netzwerks mit wichtigen Akteuren aus der Region die Zusammenarbeit gestärkt und zu Koproduktionen animiert werden kann.

Bislang gab es nur sehr wenige nationalsprachliche und so gut wie keine englischsprachigen Informationen zum aktuellen Dokumentarfilmschaffen Südosteuropas. Mit der Website www.seedox.org, die seit 1. November online ist, wird Abhilfe geschaffen. SEEDOX.org bietet Länderessays zu Albanien, Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, der Republik Moldau, Serbien und UNMIK Kosovo. Von rund 250 Filmen sind bereits jetzt filmografische Daten abrufbar, darunter bei 150 zusätzlich Fotos und Inhaltsangaben. Die Angaben wurden aufwändig eigens für das Projekt recherchiert. Die Datenbank versteht sich als „work in progress“. Bislang nicht zu ermittelnde Angaben können die Produktionsfirmen nachreichen. Zusätzlich werden umfangreiche Adresslisten (Produzenten, Festivals, Institutionen) und eine Bibliografie zur Verfügung gestellt. Weitere Texte und Interviews mit Akteuren der Dokumentarfilmszene ergänzen die Länderessays, hier wird die Website auch in Zukunft kontinuierlich ausgebaut. Mit SEEDOX.org werden Informationen zu Dokumentarfilmen aus Südosteuropa erstmals auch international für Festivals und Programmmacher zugänglich gemacht. SEEDOX.org bietet komfortable Suchfunktionen.

Das goEast Filmfestival will weiter am Thema bleiben. Bei seiner nächsten, achten Ausgabe (09. bis 15.04.2008) wird das Symposium sich mit der Rolle des Dokumentarfilms beim Zerfall Jugoslawiens, der Entstehung neuer Republiken und der Verarbeitung von Kriegserlebnissen auseinandersetzen. Darüber hinaus sollen Autorenstandpunkte der jüngsten Generation von Dokumentarfilmregisseuren vorgestellt und diskutiert werden. Das Symposium wird von einer Filmreihe begleitet.

P.S.:
Einfach reinschauen und abchecken, da gibt es nicht nur Dokus'. Natürlich ist das kein imdb.com, aber trotzdem interessant, zu wünschen bleiben noch mehr Fotos.

Dienstag, 13. November 2007

Festival in Cottbus - Teil Eins: Negatives

Zum siebten Mal war ich beim Cottbuser Filmfestival des Osteuropäischen Kinos, das Fest selbst gibt es bereits seit 17 Jahren Es hieß also 6.-10.11.2007 das 17.Festival des osteuropäischen Films Cottbus. Zunächst ein paar Worte zu den negativen Eindrücken, weil sie sich von Jahr zum Jahr wiederholen, steigende Tendenz haben und einem langsam auf den Keks gehen.
Früher war das Cottbuser Filmfestival eine der wenigen Orte in Deutschland, wo man Filme aus Osteuropa genießen konnte. Die Zeiten ändern sich und heute kann man feststellen, dass Cottbus nicht nur an Exklusivität verloren hat, sondern in bestimmten Bereichen auch an Qualität. Es gibt jetzt auch ein Osteuropa-Filmfestival in Wiesbaden, es werden mehr osteuropäische Produktionen auf anderen Festivals in Deutschland gezeigt und auch die deutschen Filmverleiher haben mehr Osteuropäisches anzubieten als noch vor zehn Jahren.
In Cottbus sieht es jetzt alles viel bombastischer und geräumiger aus und riecht nach viel mehr Geld als im Jahr 2001 (Ich habe noch das Festivalzentrum im Gladhouse erlebt und hätte nie behauptet, dass es dort schlecht war, im Gegenteil.), es fehlt aber an cineastischem Gefühl und Gemütlichkeit, die auf solchen Festivals unbedingt sein müssen. Schließlich ist Cottbus kein Berlin, auch keine Berlinale-Filiale. Schuld daran ist, imho, der Festivalleiter Roland Rust, dem diese großen Veränderungen zu verdanken sind, übrigens lebt er samt seinem Team in Berlin und in Cottbus erscheint er nur während des Festivals.



Die realsozialistische Stadthalle – die Hauptspielstätte – ist einfach nicht fürs Kino geeignet, der Saal ist zu breit und wird mit Plastikschirmen auf die notwendige Breite geteilt, die Filme werden von hinten projiziert und es gibt sogar keine schallisolierte Projektionszelle, die Zuschauer sind schlicht dem monotonen Summen der Vorfuhrgeräte ausgeliefert. In meinem Fall war es von morgens bis abends. Dafür stehen immer zwei bis drei Edelkarossen mit Festivallogo bereit, um die eingeladenen Gäste in das 100 Meter entfernte Hotel zu beamen.

Das Problem Nummer eins bei diesem Festival sind aber Vorführer und Technik. In diesem Jahr habe ich vier Mal erlebt, dass die Vorführung abgebrochen wurde, weil etwas (Filmformat, Übersetzungsgeräte, etc.) nicht stimmte, vor ein paar Jahren gab es Vorführpannen sogar bei der Preisverleihung. Einfach peinlich geil. Philosophisch betrachtet, ist das vielleicht das Markenzeichen des Festivals. Es bleibt einem nicht anderes übrig, als sich mit einem Lächeln und entspannt die zehn-fünfzehn Minuten des Films noch mal anzuschauen, oder noch ein Köstritzer Bier zu holen.... Cottbus, halt.



Und noch eine Tendenz ist beunruhigend – die Zahl der deutschen (sprich ostdeutschen) Produktionen steigt von Jahr zu Jahr. Zum dritten Mal wurden wir mit einem (ost)deutschen Film zur Festivaleröffnung beglückt. Wozu? Kommen sie denn nicht auch so in die deutschen Kinos? In diesem Jahr kam ein deutscher Film zur Abschlusszeremonie hinzu... Vielleicht würden die Cottbuser sonst nicht zum Festival kommen? Nein, alle Abendvorstellungen waren so gut wie ausverkauft, rumänische, polnische, russische, tschechische, ungarische Filme sind gefragt. Anscheinend versucht die Festivalleitung auf eine Art Ostalgie zu spekulieren – die ehemalige DDR als Teil Osteuropas, oder sie hat einen Geheimvertrag mit der Filmförderung Brandenburgs, etwa: wir geben euch mehr Geld für die noblen Karossen und Ähnliches und sie zeigen dafür unsere Filmchen beim Festival. Ob das zueinander passt? Ich denke nicht.
Aber genug der bösen Worte, es gab dort auch viel Gutes, nämlich osteuropäische Filme!!!
Der Fokus lag in diesem Jahr auf den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens und hieß „After Yu“.

Freitag, 27. Juli 2007

Sommer ist Festivalzeit, nicht nur in Deutschland. In Osteuropa ist auch so viel los, was besonders hier im deutschen Südwesten bewusst oder auch unbewusst ignoriert wird. So zum Beispiel schrieb der Freiburger „Sonntag“ oder die „Badische Zeitung“ über das Festival in Roskilde als das größte in Europa, wobei schon seit Jahren diesen Titel das ungarische Sziget Festival hält, das mit seinen 369 000 Besucher im vorigen Jahr gegenüber 79 000 in Dänemark fast fünf Mal so groß ist. Oder zum polnischen Przystanek Woodstock (Haltestele Woodstock) das sich als das größte "Umsonst & Draussen" Festival in Europa präsentiert, zu dem im Jahr 2004 400 000 Gäste kamen. Aber unsere Dreyeckland ist, wie die Russen sagen, „ein Bäreneck“, was die Länder Mittel- und Osteuropas betrifft, die neuen EU-Länder inklusive! In Wrocław war ich nur eine Woche und war tief beeindruckt von der Vielfalt des sommerlichen Kulturangebots. Okay, die Stadt ist drei Mal größer als Freiburg, und logischerweise sollte es dreimal mehr Kultur geben als in Freiburg... Es ist aber zehn mal mehr, ohne Witz!

Zum Beispiel das BRAVE FESTIVAL, das zum dritten Mal vom 7.-14. Juli stattfand. Seine Anfänge liegen im Theater. Die Polen sind genauso theaterverrückt wie die Engländer und die Idee eines Theaterfests ist somit logisch. Es ist aber viel mehr geworden und das beweist auch das Programm. Warum eigentlich BRAVE?

Weil “the Brave Festival – the festival of brave people, people who speak about where they come from, what their values are and what their tradition and spirituality is. A festival not about works of art, but about art through which it is possible to save and protect thousands of forgotten, abandoned and forlorn cultures and people…A festival of people who do not accept the models promoted by mass culture, people searching for the deepest possible sources of inspiration – the inner one. Sensitive and tolerant people who are not afraid to extend their sensitivity” ist das Motto dieses Fests, wo verschiedene Kulturen und Künste aufeinandertreffen.

Ich war bei dem Konzert von BISTRI VODI (Die Schnellen Gewässern), die traditionelle Musik aus Mazedonien präsentierten. Ein richtig stimmungsvoller Auftritt von einem großartigen Kollektiv, nur die Athmosphäre war ein bisschen akademisch. Es fand in einer ehemaligen Kirche statt, in kościół św. Katarzyny_ die in ein Konzertsall umprofiliert wurde. Vielleicht das war der Grund, aber viel mehr ich denke, wenn die Musiker nicht immer gesessen hätten, wäre es toller geworden, und da nervte noch ein älterer Mann, der stand vor der Bühne und erzählte immer wieder mit einer Dolmetscherin über die mazedonischen Musikinstrumente und mazedonische Folklore... Wozu? Könnten die Musiker es selbst nicht tun? Auf jeden Fall könnte man auch zu dieser Musik gut tanzen und das machten in den hinteren Reihen die Fans von Balkanmusik.

Das zweite große Erlebnis war das SLOT ART FESTIVAL in Lubiąż, das ist nur ein Dutzend Kilometer von Wrocław entfernt und ist eine Art D.I.Y. Festival, deren Teilnehmer der Freiburger Bürgermeister Solomon bei uns letztes Jahr verhaften ließ. SLOT anscheinend genannt nach dem englischen Slot, bekannt aus der Computer- oder Luftfahrtsprache. Was interessant ist, denn in der polnischen Sprache „Lot“ bedeutet der Flug. Der Sammelflugplatz befindet sich seit Jahren auf dem Terrain des prachtvollen Kloster aus dem 17. Jahrhundert. Derzeit gehört das Ganze einer Stiftung, die durch verschiedene kulturelle Aktivitäten versucht das Barockensembele zu renovieren. Einer dieser Aktivitäten ist das SLOT FESTIVAL, das jedem erlaubt, viel mehr als nur Zuschauer zu sein. Jeder, der sich rechtzeitig anmeldet, kann einen Workshop, bzw. ein Seminar registrieren und durchführen (interessanter Weise heißt im Polnischen Workshop „Warsztat“!). Es gab in diesem Jahr 121 verschiedene Warsztaten und 14 Seminare, von ganz gewöhnlichem Jonglieren oder Didgeridoo bis zu „English Metaphysical Poetry“ oder „Introducting in Modern Art“. Natürlich fehlte es nicht an einem musikalischen Begleitprogramm auf 6 Bühnen.

Am Freitag, den 14. Juni, als ich dort war, spielten auf der großen Bühne im Kloster-Innenhof drei polnische Bands: FULL POWER SPIRIT, ME MYSELF AND I, und FISZ EMADE TWORZYWO. Als die noch jungen Hip-Hopers FULL POWER SPIRIT anfingen, war es noch recht hell und man konnte im Hintergrund das schöne alte Kloster bewundern. Das passte auch zu ihrem Stil, der von Manchen als Katolischer Hip-Hop bezeichnet wird. Auf jedem Fall fanden sie ihre Fans und spielten sogar ein paar Zugaben.

ME MYSELF AND I heißt das TRIO von Magdalena Pasierska, Zgas und Michael Majeran. Die drei Vokalakrobaten sind vor einem Jahr noch als Workshoporganisatoren bei SLOT gewesen, inzwischen wurden sie von der Musikbranche entdeckt und schrieben sogar einen Hit, der als Werbespot eines polnischen Mobilfunkanbieters recht populär geworden ist. Für viele Gäste wurde gerade ME MYSELF AND I zum echten Höhepunkt des Abends, und nach drei, vier Liedern versteht man auch warum!

Und zum Schluss kam FISZ mit seinem Kombattanten EMADE (bitte auf deutsche Weise lesen) samt Band TWORZYWO. Sie waren der eigentliche Grund für diesen Ausflug nach Lubiąż! Ich kenne die Musik von Fisz schon seit seinem zweiten Soloalbum „Na Wylot“ (2001) und jede neue Platte von ihm ist ein Ereignis in der Welt des polnischen Hip-Hops. Zwar ist die kräftige Mischung aus alternativem Rock, Raggey und Sprechgesang schwerlich als Hip-Hop zu bezeichnen, trotzdem habe ich auf jeden Fall bekommen, was ich wollte. Alle Hits von Fisz Live unter freiem Himmel, und wenn ich auch nicht viel von den Texten verstehen konnte, war es ein Superkonzert.


Wer weiß, vielleicht fahre ich nächstes Jahr wieder nach Polen, nach Wrocław, und auch im Juli, weil es bleibt noch ein Filmfestival übrig, dem ich noch nicht meine Aufmerksamkeit schenken konnte. Es heißt ERA NOWE HORYZONTY und läuft noch bis Sonntag, den 29. Juli in Wrozlaw. Außer dem Wettbewerb und buntem internationalen Programm, z.B. Australisches Kino und einer Fellini-Retrospektive, wird dort auch eine Auswahl an aktuellen, polnischen Filmen (auch Kurzfilmen) gezeigt. Ein Programm zum 50-jährigen Bestehen der polnischen Filmschule und eine Hommage an Zbigniew Cybulski – Ikone des Polnischen Kinos der 50er –60er Jahre. Als ich die schöne Stadt Wroclaw verließ, fuhr mein Zug nach Zgorcelec/Görlitz gerade von dem Bahnsteig ab, wo der polnische James Dean – Cybulski – seinen letzten Schritt zur Ewigkeit gemacht hat. Das war im Januar 1967, ist aber schon eine andere Geschichte.


Dienstag, 27. März 2007

Morgen fahre ich zum GoEast Filmfest nach Wiesbaden, bleibe dort bis zum Ende, weil es viel zu sehen gibt. Mehr zum Wettbewerb gibt's hier.... Besonders gespannt bin ich auf "Šošo" von Alexej Fedorchenko aus Rußland, sein erster Mockumantary Streifen"Pervye Na Lune" war einfach Spitze!
Aus diesem Grund ist die erste April-Sendung schon vorproduziert, und die Playlist aus den verschiedenen ukrainischen Tracks steht auch schon bereit. Viel Spaß am Montag beim "Slavonic Dances".