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Donnerstag, 19. April 2012

GoEast 2012 Eröffnungsfilme….

goeast_2012
Um 19 Uhr ging also das 12 GoEast Filmfest von osteuropäischen Film los, und schon bei der Eröffnungszeremonie könnte man die gute Filme sehen. Auf jeden Fall erwähnungswert ist der alte jugoslawische Kurzfilm von Karpo Godina aus dem Jahr 1972 “Von der Kunst der Liebe oder ein Film in 14441 Bildern” – irgendwo in Mazedonien steht ein Armeeregiment und in der Nähe eine Fabrik, wo nur die Frauen arbeiten… die Kontakte sind verboten.. dazu eine Psychedelic Rock zum einen Text “Eine Tausend Soldaten und eine Tausend Frauen… und keine Kinder, keine Kinder….” einfach köstlich, übrigens den Film hat Jugoslawische Volksarmee sponsiert, man dachte einen Werbefilm fürs Militär zu drehen… Die leichtgläubige Militärbürokraten, die ahnten nicht was der gute Karpo Godina vorhatte!
Von der Kunst der Liebe
Sowjetischer “Traum eines Fußballfans” aus dem Jahr 1953 zeigte nicht nur die Fußball Mode von damals sondern der Tanzkunst der russischen Volkstänzer und Choreographen, sehr amüsant. Der Symposium über die Geschichte von dem ältesten russischen Filmstudio LENFILM aus St.Petersburg ist eine sehr gute Idee, und zwar die Filme sind sehr gut bekannt, die Vorträge werde ich unbedingt besuchen!
Visual Son Bolelshchika
Und schließlich.. der Eröffnungsfilm des Festival – der vierte Film von Bohdan Slama – “Vier Sonnen/Ctyri Slunce”. Kurzgesagt – ein echter Slama Film, wer kennt “Die wilde bienen” oder “Jahreszeit des Glücks” versteht was das bedeutet. Ich habe schon Angst dass es der beste Festivalfilm bei diesem GoEast bleibt… Hervorragende Schauspieler, perfekte Fotografie, Soundtrack… Anna Geislerová, sie spielte bei jedem Bohdan Slama Film und Jaroslav Plesl, der zum ersten mal bei ihm spielt sind hervorragend…. zum ersten mal kam bei Slama auch die tschechische Rockmusik im Einsatz, die Punklieder aus der letzten 20 Jahren sind nicht nur dabei weil der Junge Vena ein Punk wird, sondern sprechen dafür dass die CSSR-Erbe schon der Geschichte gehört, und die Probleme der heutigen Tschechen liegen nicht in dieser alten Vergangenheit. Die drei ersten Spielfilme von Bohdan Slama fanden in BRD eine Verleih, der vierte Film wird auch, meine Meinung nach sehr Bald in deutschen Kinos landen, vielleicht sogar in diesem Sommer, spätestens in Herbst.
Vier Sonnen
soweit so gut morgen geht es weiter in Wiesbaden beim GoEast Nummer 12.

P.S Aus noch unbekannten Grund habe ich im Februar angefangen wieder mal die Romane von Haruki Murakami nach eine 7-8 Pause wieder zu lesen... und denke dass Bohdan Slama liest den japanischen Grenzgännger gene auch.

Samstag, 24. April 2010

GoEast Teil3

Heute am Samstag agb's niht so viele Filme, dafür war es der letzte Tag von Symposium "Das befreiende Lachen". Am Mittwoch schffte ich nich den einzigen verbotenen In Ungarn Film anzuschauen, heute besuchte ich zunächst der Vortrag von Janos Can Togay "Peter Bacsos ZEUGE(n) - ein spezielle Zensurfall in Ungarn" und dann guckte ich den Film
1. A TANU / Der Zeuge (Ungarn, 1969, Peter Basco) - eine typische Ostblock Komödie aus der 60-er, ich glaube so richtig witzig ist sie nur für diejenigen, die im diesen Realsozialsmus aufgewachsen sind. Auch nach dem Vortrag habe ich nicht apiert, warum man hat sie in Ungarn verboten, nicht weil sie so harmlos war, aber warum gerade diesen Film, wenn es im Ungarn viel kritischere Filme damals und auch später gab's.
2. PASTORALI / Ein Sommer auf dem Dorf (Georgien, UdSSR 1875) Iosseliani - wieder Iosseliani , wie Andrej Sinjavskij hatte er bloß die esthetische unstimmigkeiten mit dem Sovjetischen Staat, wie Sinjavskij landete er in Paris.
3. KONSTANTIN SI ELENA / Konstantin und Elena (Rumänien, 2009) Ein gut gemachte Porträt zwei late Menschen - eine Ehepaar, die seit 55 Jahren in einem Dorf in rumänischen Moldova lebt, es gab für mich persöhnlic im Film 2 sehr rührende Momente, ich glaube aber nicht daß sie dafür verantwortlich sind, daß der Film internatioanl sehr erfolgreich läuft. Man lud ihn zu 45 Filmfestivals, er wrde sogar von den japanischen und südkoreanischen Fernsehern gekauft.... und das Ganze geschieht mit einer Debutdokumentation.
4. METASTAZE / Metastazen (Kroatien, 2009) Ein kroatischer "TRAINSPOTING", nicht nur dem Filmaufbau wegen. Insgesammt gelingt dem Regiesseuren Branko Schmidt ein packender Thriller über ziellosen Kriegsveteranen in heutige Zagreb. Sie sind immer noch im Krieg jetzt mit ihrer ganze Umgebong und rein aus der Gewöhnheit immernoch mit den Serben. Besonders gelungen ist die Ende, die, man kann sagen sogar rettet den Film.
5. A VAGYAKOZAS NAPJAI / Tage der Sehnsucht (Ungarn, 2009( Das Beste zum Schluß. es war wirklich der Film des Tages! - Geschichte eines stummes Dienstmädschen und ihren Arbeitgebern - wunderbar schwarz-weiss fotografiert, perfekt gespielt, sehr beindrückend. Die Handlung zu erzählen hat keinen Sinn, Ganz am Anfang kommt sie ins Haus mit dem Rücksack am Ende steht sie wieder auf der Strasse nachdem sie von dder Hausfrau zugehör bekam: "Pack deine Sachen und verschwinder, ich hasse deine Schweigen, irgendwann in 20 Jahren das Leben wird dich auch brechen".
Vielleicht kriegt der Film den Hauptpreis? Der Wettbewerb ist aber noch nicht zu Ende es sind noch 2 Tage von GoEast geblieben.

GoEast Teil2

Heute war Freitag den 23.April und die üblichen 6 Filmen. Vorher gab's aber zwei Vorträge beim Symposium: eins über Komödien in der Tschechischen Republik und die Buchpräsentation vom Regisseur Siegfried Kühn.
Jetz zum Filmen:
1. Kurzfilme und Dokus von Otar Iosseliani - meinstens schwarz-weiss, sehr poetisch, besonders spanend war der Kurzfilm "April" - eine Parabola darüber wie der kleinbürgerlischen Alltag die Liebe tötet. Gegegen diesen kleinbürgerlischen Alltag und Lebensweie kämpfte die propaganda der Kommunisten seit den 20-er Jahren, na und...? Wo sind diese Kommunisten? Bei Iosseliani ist alles nicht so tragisch wie im realen Leben.
2. IKO SHASHVI MGALOBILI / Es war einmal eine Singdrossel (Georgien, 1970) Der zweite Spielfilm von Iosseliani - der gute Mann der für kein Platz im schwarz-weissen Sovjetsleben finden kann muß einfach sterben, deswegen organisiert für ihm der Regisseur ein utoufall am Ende des Filmes. Ein Klassiker, der Film war sehr belibt von der Sovjetintelligenz der 70-er Jahren.
3. GLUBINKA 34/45 / Provinz 35/45 (Russia, 2009) - Der Zar in Moskau hat gesagt - alle müssen neue Pässe haben - alle, daß heißt auch im tiefsten sibirischen Loch, wo Menschen Jahrelang kein Lohn von ihren Kolkhosen bekommen, Fotos müssn sie alerdings bezahlen, auch die Omas die über 90 sind. Die alte Pässe werden von der Polizei vernichtet, alles ist unter Kontrolle in der Rusische (Reich)Federation eigentlich wie immer, außerdem siht man wie die Russen bei der Hochzeiten tanzen, eigentlich wie hier.
4. YA PAMYATNIK SOBI../ Ein Denkmal Schuf ich mir (Ukraine, 2009) Filme aus der Ukraine bei GoEast sind eher eine Ausnahme. Diesaml haben wir endlich eine... Dmitro Tyazhlov 2 Jahre mit dem eigenen Geld drehete diesen Film über ein 76 Jährigen Mann der seine Aufgabe darin sieht die Gräbe von fremden Menschen zu pllegen, sie mit Kruezen oder Tafeln zu schmuken und zwar überall rund um seinen Dorf, ob es die gefallene deutsche Soldaten, oder von dennen ermordeten Juden, von den Kämpfer der Ukrainischen Aufständischen Armee oder einfach von den längst verstorbenen Menschen die keine Verwandten mehr haben. Ein sehr schöner Film über einen sehr guten Mensch.
5. MEDALIA DE ONOARE / Ehrenmedaille (Rumänien, 2009) _ Total guter Film! Ein alter Mannn bekommt dank eine Verwechslung eine Jubileumsmedaille. Jetzt versucht er alles zu tun um diese bei sich beizuhalten damit hofft er die Beziehungen zu seiner Fau und dem nach Kanada emmigrierten Sohn zu verbessern. Es ist sehr Lustig und gleichzeitig sehr traurig, dass er kann ganz einfachen Dingen nicht begreifen. Die Schuspieler sind perfekt, die Kameraarbeit auch, und wie der deutsche Produzent es versprochen hatte, sollte der Film igendwann im Herbst in Deutschen Kinos landen. Mal sehen...
6. KAK JA PROVEL ETIM LETOM / How I ended this summer (Russland, 2010) Ein gerade vertiggestellte Film, die Dreharbeiten dauerten von Juli bis Oktober 2009 auf einer Insel bei Tschukotka. Die Geschichte 2 Meteorologen, die Geschichte wie ein Mensch angefangen von eine kleine Lüge wandelt sich in einen ekligen Wildtier.... und dieser für die russische Literatur sehr typische Eigenschaft alles zu verzeihen habe ich nie verstanden. Der Film wurde gedreht mit einer digitalen Kamera und bietet eine reine optische Vergnügen, bloß die Idee ist mir fremd, ich liebe auch Dostojewskij nicht.

P.S. Für die Party mit Ori Kaplan hatte ich keine Kräfte mehr, oder vielleicht keine Lust... auf jeden Fall am Samstag stehen noch weitere 6 Filmen bevor, vielleicht aber auch mehr wenn ich bis im Festivalvideothek schaffe.
Die Fotos kommen, versprochen.

Donnerstag, 22. April 2010

GoEast Teil1

Zum zenten mal startete also GoEast im Wiesbaden...


Es gibt bereits ein sehr schönes Blog zum Festivsal bei 3Sat schaut mal rein es ist wirklich interesant!

Am Mittwoch began das ganze mit einer Eröffnungszeremonie im besten Kinosaal Deuschlands Kino Kaligari, zwischendurch zeigte man 5 Kurzfilme, wobei der beste Film war von Murad Ibragimbekov - einem Azerbaijaner der längst in Moskau lebt. Ein fantastischer scharzweis fotografierter Kurzfil eine Art "Sky Captain and the World of Tomorow" nur in Stalinscher Rußland, errinnert sehr an die Kurzgeschichten von Wladimir Sorokin... Ich will den Fil haben, vielleicht klappt es sogar...???
Erröfnungsparty war auch sehr nett mit DJ Janek von La Bolshevita. Am Freitag wird er auflegen zusammen mit dem Saxofonisten von BALKAN BEAT BOX Ori Kaplan. Ich habe keine wahl ich muß hin.

Heute, am Donnerstag schaffte ich 6 Filmen und die Simposiumserröfnung zu besuchen. Kurzgefasst meine erste Eindrucke:
1. Skazka Pro Temnotu / DAS MÄRCHEN DER DUNKELHEIT, Nikolay Khomeriki Russland 2009 - ein typische Prestrojka-Film, dessen Ausgangspunkt ist einfach - alles ist in dieser Welt Scheiße außer Urin.
2. Babske Radio Elke Sasse, Deutschland - Eine Doku über Dorfleben in der heutigen Ukraine. So exotisch ist das ganze wie ei Film über Afrika oder Lateinamerika, nur direkt vor dem neuen Eisernen Vorhang.
3.Girgobistve / Die Weinernte Georgien/UdSSR, 1966 - Spielfilmdebut von Otar Ioseliani, sehr fein mit viel Gefühl gemachtes Film über einen Jungen Mann und seine Alltagsprobleme, So könnte Milos Forman's "Cerni Petr" aussehen, wenn Forman ein Georgier wäre.
4.Vasha / Bruder (Estland, Hannu Salonen 2009) - typisch estnischer Film - er war viel besser als ich es erwartet habe. Ein Thriller mit unerwarteten Wendungen, mit dem Hinergrund des Tschetschenien Krieges. Gut gespielt, fotografiert, sehr präzise.
5. Street Days / Auf der Strasse (Georgien, 2009, Levan Koguashvili) - noch ein Debut aus Georgien an diesem Donnerstag. Der Film ist nicht schlecht gemacht, ist aber nicht besonderes. Geschichte eines älteren Junkies, der am Ende sieht nur ein Ausgang aus seiner ausgangslose Situation - ein Selbstmord. Das Beste im Film war - ein georgischer Alltag zu beobahcten, die Strassen, die Wohnnungen..., einfach Georgisch zu hören.
Ah, ja es gab noch ein Vortrag on Oksana Bulgakova zum Symposiumsthema - Das befreiende Lachen - Eine kurze Geschichte des osteuropäischen Filmhumors. Mir hat's gefallen.
Bilder stelle ich schon später, ich will schlafen, tschuldigung.

Montag, 2. Juni 2008

GoEast 2008 (1) Swarzkopf von EPD-Film


Die Journalistin Barbara Schwarzkopf hat einen Artikel über das GoEast Festival in Wiesbaden geschrieben und ich bekam den Eindruck, daß wir auf verschiedenen Festivals waren. Von dem was sie ganz am Anfang über das Ost-West Verhältnis schreibt, bekommt man eine Vorstellung über ihr eigenes Verhältnis zu Osteuropa, bzw. zum osteuropäischen Kino. Gewiss, man versucht bei westlichen Festivals das sogenannte Autorenkino einzuladen und Filme über große Probleme dort drüben zu zeigen. Es gibt aber ein ABER, beim GoEast 2008 wurden nicht nur solche Filme gezeigt, es gab auch witzigere Komödien, gute Unterhaltungsfilme, etc. Schließlich ist eines der Standbeine des Festivals das Kinosymposium. In diesem Jahr konnte man dort Dokumentarfilme aus dem ehemaligen Jugoslawien und den Nachfolgestaaten sehen und darüber diskutieren. Es ist schade, wenn, um eine Schnapsidee zu unterstützen, alles, was nicht dazu gehört, ausgelassen wird. In einem bin ich aber durchaus einverstanden, dass der beste Film PROSTYJE VESCHI aus Rußland kam und ich hätte ihm sogar den Hauptpreis gegeben. Übrigens im FILM DIENST gab es einen ganz anderen Blick auf dieses Festival, ich werde es bald beim SLAVONIC DANCES blog stellen.

Klassisch melancholisch
Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden: Wahrhaftiger, tiefsinniger oder einfach nur deprimierender - das Kino Osteuropas reibt sich gerne am eigenen Klischee

Für das Verhältnis von Ost und West in Europa sind Filmfestivals ein geradezu verräterischer Indikator. In Westeuropa gibt es gleich mehrere, die sich ganz dem Filmschaffen Osteuropas verschrieben haben, in Osteuropa kein einziges, das sich in vergleichbarer Weise mäzenatisch um das Autorenkino des Westens bemüht. Was als großzügige Geste westlicher Kulturinstitutionen daherkommt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als besondere Anspruchshaltung: Der osteuropäische Film soll zumindest »anders« sein, »tiefer« und »wahrhaftiger« als die übliche Kinoware des Westens, warum sollte man ihn sonst pflegen und unterstützen? Das neu entstandene kommerzielle Genrekino des Ostens sieht man deshalb nur in Ausnahmen auf den Festivals des Westens. Dort bevorzugt man selbstverständlich das Autorenkino, das besonders »echt osteuropäisch« erscheint, je düsterer und existenzieller es zugeht. Womit ein eigenes Problem entsteht: Festivals wie Go East in Wiesbaden müssen sich laufend bemühen, bei der Auswahl des Programms nicht dem eigenen Klischee vom osteuropäischen Film aufzusitzen.
Der estnische Beitrag MAGNUS (Regie: Kadri Kousaar), der in diesem Jahr den Hauptpreis in Wiesbaden gewann, scheint auf jeden Fall den Beweis antreten zu wollen, dass im Hang zur schonungslosen Darstellung verheerender Zustände tatsächlich die besondere Stärke des osteuropäischen Films liegt. Nach einem wahren Fall gedreht, erzählt der Film von einem jungen Mann, der Selbstmord begeht, und seinem Vater, der ihn »gehen lässt«. Der Natur der Sache nach ist es ein deprimierender Film, dessen Wirkung noch verstärkt wird durch die Tatsache, dass die Rolle des Vaters gespielt wird vom »echten« Vater des Selbstmörders. In einer Art Epilog sieht man ihn mit einem kleinen Kind auf dem Schoß - heute würde er es nicht mehr so weit kommen lassen.
Dass die gesellschaftliche Krise in Osteuropa etwas mit der Unzuverlässigkeit oder der Abwesenheit von Vätern zu tun hat, wurde auch im polnischen Beitrag ALLES WIRD GUT deutlich. Dort versucht ein 10-Jähriger, ein Wunder für seine sterbenskranke Mutter zu erwirken, indem er zur Schwarzen Madonna in Tschenstochau läuft. Sein Sportlehrer drängt sich ihm als Begleiter auf - aus rein egoistischen Interessen. Der Vater des Jungen 
war Alkoholiker, weshalb der Junge messerscharf die wahren Probleme des Sportlehrers erkennt. So wundergläubig er sich als Pilger geriert, so pragmatisch weiß er mit dem Alkoholiker umzugehen. Und wie oft in Filmen, in denen Kinder an der Seite von Erwachsenen spielen, ist es nicht der Kleine, der lernen muss, sondern der Große. Statt des Wunders kommt es am Ende zu einer Andeutung von Hoffnung - immerhin.
Obwohl in der traurig-depressiven Grundtendenz geradezu »klassisch osteuropäisch«, gelang es dem serbischen Beitrag LIEBE UND ANDERE VERBRECHEN von Stefan Arsenijevic (in Wiesbaden ausgezeichnet mit dem Preis für beste Regie), die üblichen Klischees aufzugreifen und gleichzeitig zu durchbrechen. Dort plant Anica, die Geliebte des örtlichen Obermafioso, das Land zu verlassen. Stanislav, seine rechte Hand, weiß um ihre Pläne und will den letzten Tag noch nutzen, um ihr seine Liebe zu gestehen. Schon als kleiner Junge hat er sie verehrt, und nun zeigt er ihr die Orte, an denen sie zum ersten Mal das Wort an ihn gerichtet hat: »Geh nach Hause, du Rotznase!«
oder er sie zum ersten Mal nackt gesehen hat - heimlich durchs Fenster. Nach und nach überlagert die melancholische Liebesgeschichte das mafiöse Setting und statt von Gewalt erzählt der Film von der verheerenden Macht zarter Gefühle - es geht natürlich trotzdem nicht gut aus.
Das war beim schönsten Film des Festivals, dem russischen Beitrag EINFACHE DINGE (Regie: Aleksei Popogrebsky), anders. Dort hat es der Anästhesist Sergej im neuen Russland nicht weit gebracht (und wer hat es im neuen Rußland ihrer Meinung nach weit gebracht, Abramowitsch und Putin zusammen mit Medwedew? denkt die Autorin daß sie selbst weit gebracht hat? - bozhidar): Noch immer wohnt er in einer alten Kommunalwohnung, wo ein Georgier ins Gemeinschaftstelefon schreit und eine alte Frau grußlos durch die Küche schlürft. Für eine »gute Betäubung« lässt er sich gerne extra bezahlen. Als ihm seine Frau verkündet, dass sie noch ein Kind erwartet, sieht er sich dem nicht gewachsen. Der Film ist das mutige Porträt eines sympathischen, aber nicht ganz anständigen Menschen. Im Reich dieser Zwiespältigkeit entdeckt er eine großartige Fülle an Nuancen - eine Qualität, fьr die die osteuropäischen Filme einst besonders berühmt waren. Barbara Schweizerhof

Sergej Puskepalis als Anästhesist Sergej im Film PROSTYJE VESCHI / Einfache Dinge

Dienstag, 15. April 2008

Die Preise von Go East 2008 wurden vergeben an....

Fast die ganze Woche war ich in Wiesbaden beim GoEast Filmfestival. Osteuropäische Filme von morgens bis nachts, das tut immer gut! Ich schreibe sicher noch was zu den einzelnen Filmen, jetzt aber nur die Preise, die gerade am heutigen Abend vergeben wurden.... Also...


1. Škoda-Preis „Die Goldene Lilie“ für den Besten Film
MAGNUS / MAGNUS - Estland/Großbritannien 2007 Regie: Kadri Kõusaar

2. Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ DIE BLUMENBRÜCKE / PODUL DI FLORI - Rumänien 2008 Regie: Thomas Ciulei

3. Preis für die Beste Regie der Stadt Wiesbaden
LIEBE UND ANDERE VERBRECHEN / LJUBAV I DRUGI ZLOČINI - Serbien/Deutschland/Österreich/Slowenien 2008 Regie: Stefan Arsenijević

4. Preis des Auswärtigen Amts
AM FLUSS / BILJA RIČKI (U REKI), Ukraine 2006 Regie: Eva Nejman

Lobend erwähnt wird:
5. Die herausragende Leistung des Schauspielerensembles Sergej Puskepalis, Leonid Bronevoj, Svetlana Kamynina in DIE EINFACHEN DINGE / PROSTYE VEŠČI - Russland 2006, 
Regie: Aleksej Popogrebskij
6. Für ein umfassendes Mosaik der bulgarischen Gegenwart und Vergangenheit
THE MOSQUITO PROBLEM AND OTHER STORIES / PROBLEMAT S KOMARITE I DRUGI ISTORII - Bulgarien/Deutschland/USA 2007 Regie: Andrej Paunov

7. Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)
MAGNUS / MAGNUS - Estland/Großbritannien 2007 Regie: Kadri Kõusaar

Filmförderpreis für Koproduktionen von Nachwuchsfilmemachern aus Deutschland und Ländern Ost- und Südosteuropas der Robert Bosch Stiftung
Kategorie Kurzspielfilm:
8. SUNSTROKE (Deutschland/Ungarn) - Regie: Lili Horváth, Produzent: Henning Kamm, Kamera: Róbert Maly
9. RENOVATION (Deutschland/Rumänien) - Regie: Paul Negoescu, Produzent: David Lindner, Drehbuch: Simona Ghita, Kamera: Paul Andrei Butica
Kategorie Dokumentation:
10. KEIN ORT – NOWHERE IN EUROPE (Deutschland/Polen) - Regie: Kerstin Nickig, Produzent: Michael Truckenbrodt, Co-Produzent: Marcin Wierrzchoslawski, Kamera: Michal Tywoniuk
11. Preis der BHF-BANK-Stiftung für den besten Beitrag einer osteuropäischen Hochschule
BEIM FLUSS / PRZY RZECE - Regie: Magdalena Kowalczyk, Polen 2006, Hochschule: Andrzej Wajda Master School of Film Directing, Warschau

Preisträger des goEast-Hochschulwettbewerbs 2008

In der Sektion Dokumentarfilm:
12. BEIM FLUSS / PRZY RZECE - Regie: Magdalena Kowalczyk, Polen 2006, Hochschule: Andrzej Wajda Master School of Film Directing, Warschau
Zweite Preise:
13. FRAUENBILDER - Regie: Tinatin Gurchiani, Deutschland/Iran 2007, Hochschule: HFF Potsdam-Babelsberg
14. WEGEN DER SCHUHE/ O TOPANKI - Regie: Rozálie Kohoutová, Tschechische Republik 2007, Hochschule: FAMU Prag

In der Sektion Animations- und Experimentalfilm:
14. CHORD - Regie: Simon Rauh, Deutschland 2008, Hochschule: Fachhochschule Mainz
Zweite Preise:
15. MY HAPPY END - Regie: Milen Vilanov, Deutschland 2007, Hochschule: HFF Potsdam-Babelsberg
16. MENSCHEN AUF DER PARKBANK / LAVIČKÁŘI - Regie: Denisa Grimmová, Tschechische Republik 2007, Hochschule: FAMU Prag

In der Sektion Kurzspielfilm:
17. I DON’T FEEL LIKE DANCING - Regie: Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf, Deutschland 2008, Hochschule: HFF Potsdam-Babelsberg
Zweiter Preis:
18. WIE ES IST, MEINE MUTTER ZU SEIN / JAK TO JEST BYĆ MOJĄ MATKĄ - Regie: Nora McGettigan, Polen 2007, Hochschule: Andrzej Wajda Master School of Film Directing– Wajda-Schule, Warschau
Dritter Preis:
19. WÜRMER / ČERVI - Regie: Viera Cakanyova, Tschechische Republik 2007, Hochschule: FAMU Prag

goEast-Preis in Gedenken an Reinhard Kämpf:
20. DIE BLUMENBRÜCKE / PODUL DI FLORI - Rumänien 2008, Regie: Thomas Ciulei

P.S.: Vielleicht werden bald hier noch kleine Kommentare zu den Preisträgern erscheinen, wer weiss, ansonsten, Fotos der Preisträger und weiteres Pressematerial zum goEast Filmfestival 2008 stehen unter www.filmfestival-goEast.de im Pressebereich zum Download bereit.