Ganz unerwartet ist dieses Album bei mir zum Soundtrack dieses Sommers aufgestiegen. Ironische und leicht philosophische Texte auf Russisch, ein kräftiger Mix aus 60er Pop, 80er Rock und Easy Listening haben ideal reingepasst in diesen bis jetzt kühlen und regnerischen Sommer 2009. Bekannt war mir diese CD schon seit 2 Jahren, aber erst vor 2 Monaten lernte ich sie richtig schätzen. Mit dem „Opium Dlja Naroda / Opium für Das Volk“ beginne ich hier bei SLAVONIC DANCES Musik zum Kennenlernen aufzustellen. Es werden NUR MUSIKER UND CDs sein, die in Deutschland, oder besser gesagt im Westen, nicht bekannt bzw. nicht zu kaufen sind. Die Band УНДЕРВУД / UNDERWUD gibt’s seit 1995 und wurde von Studenten des Simferopoler Medizinischen Instituts gegründet, das erste Album erschien im Jahr 2002. „Opium Für Das Volk“ aus dem Jahr 2007 ist das vierte Album der Band, das fünfte „Все, Кого Ты Так Сильно Любил / Diejenigen, Die Du So Sehr Liebte“ erschien im Oktober 2008. Seit etwa 10 Jahren leben die Musiker in Moskau. Ich hoffe, Ihr werdet so viel Spaß mit diesem Album haben wie ich.
In den Essay Büros wird die Veröffentlichung des neuen SHANTEL Albums "Planet Paprika“ (VÖ: 28.08.09) vorbereitet. Das Album erscheint auf CD und LP (natürlich 180 gr Vinyl!). Die erste Single „Bucovina Original“ erscheint am 17.07.09 Bucovina - das ist Shantels ultimative Hymne. Bekannt als Instrumental, dessen erste Takte die Partygänger schon in Verzückung geraten lassen, bei den Konzerten die Menschen zu Jubelschreien (ver)führen. Unzählige Cover & Remixe kursieren im Internet. Doch hier kommt sie endlich, die Version, auf die alle schon gewartet haben „Bucovina Original“ (Vocal Version). Jetzt können endlich alle mitsingen! Die zweite Single „Citizen of Planet Paprika“ erscheint eine Woche vor dem Album Release: 21.08.09.
"Planet Paprika" Info: Nach über 250 weltweit gefeierten und umjubelten SHANTEL-Live-Shows in 2008, von UK-Glastonbury bis DK-Roskilde, von D-Southside bis zum Hurricane Festival, von der East Coast bis zur West Coast, etlichen Auszeichnungen und Chartplazierungen, die Krönung: Platinstatus in der Türkei, reisen SHANTEL und sein BUCOVINA CLUB ORKESTAR an einem nasskalten Dezemberabend 2008 glücklich und erschöpft wieder nach Deutschland ein. Kurz nach dem Schlagbaum wird der rock`n’roll-erprobte und mit allen Wassern und Wodkas gewaschene Bandbus von Grenzpolizisten gestoppt. Freundlich öffnet die Crew den Beamten die Tür. Innen dröhnt laut und heftig der neueste Mix eines SHANTEL-Songs: "Do you think I am Russian? / Do you suggest Romania? The truth is I am just exotic & erotic ‘cause I am coming from the Planet Paprika!" Dann setzt ein von byzantinischen Melodien befeuerter Bläsersatz ein. Brazz, brazz, brazz & trä, trä, trääääääiieh. Den Grenzern fliegen fast die Mützen vom Kopf. „Planet Paprika?“ schreien die Beamten und der Puls der gewissenhaften Grenzer schoss sogleich auf 180 Schläge in der Minute. Was daruf folgte, gleicht einem Krimi der besonderen Art, der Bandbus wurde gefilzt, das SHANTEL-Banner mit den riesigen Lettern DISKO PARTIZANI wird beschlagnahmt. Die Musiker aus ihren Schlafkojen geworfen. Auf den Asphalt krachen zahllose leere Wodkaflaschen und Yoghurtbecher. „Wie kann ein Deutscher nur solch eine haarsträubende Musik machen? Das ist unzivilisiert und primitiv! Was hat so ein Lärm mit Europa und mit Deutschland zu tun?“ sagen kopfschüttelnd die Beamten. „Zeigt mal eure Pässe, ihr Halunken“ bellte ein Passant ungefragt.
Die SHANTEL-Hymne DISKO PARTIZANI hat es weltweit allen gezeigt und bewiesen, es gibt sie: Musik ohne Passkontrolle, Musik ohne Visum. Überall singen und schreien die Boys & Girls: DISKO, DISKO PARTIZANI! Überall in Europa sahen wir bauchtanzende Großmütter, hüpfende Großväter, glückliche Eltern und nur die Style-Journalisten stellten konsterniert fest: „Oh Schreck, wir verstehen es nicht?“.
Shantel aber versteht es einen Club, das Konzerthaus, den staubigen Boden vor einer Festivalbühne oder eine Mehrzweckhalle in eine temporäre autonome Zone zu verwandeln – in einen Ort, an dem Integration nicht sinnlos diskutiert werden muss, sondern immer wieder Realität wird: Akademiker und Auswandererkind nehmen sich den gleichen Raum. Der Planet Paprika ist kein stationärer, nein er ist ein mobiler Ort. Ein Ort in Bewegung. Und das Beste: man kann ihm sogar hinterher reisen!
Die inneren Werte des Planeten Paprika: Ein Bekenntnis zur Möglichkeit einer genuin europäischen Popmusik. Hier trifft der Norden den Süden, der Westen verschmilzt mit dem Osten, und alle sind gleich in der Imagination des Künstlers. Shantel ist weiter auf dem Weg eine zentraleuropäische Popmusik zu erschaffen. Sie findet ihre Referenzen in der Vergangenheit, in der Pop-Musik, die schon seit Jahrhunderten die Lustbarkeiten der verschiedensten Menschen befeuert – und ist dennoch etwas ganz Eigenes und Neues."
Blasmusik steht in Deutschland vor allem für Gemütlichkeit. Beim Dorfhock kommt man eher selten in Ekstase. Auf dem Balkan ist das anders. Zum Guca-Festival strömen jedes Jahr Hunderttausende nach Südserbien, um sich drei Tage und Nächte lang von der Musik Hunderter Blaskapellen berauschen zu lassen. Gegen das Hochgeschwindigkeitsblech der Roma-Kapellen, deren Musiker von den Besuchern Geldscheine auf die schweißnasse Stirn geklebt bekommen, wirken mitteleuropäische Blasorchester wie Bummelzüge. Auch Goran Bregovics"Wedding and Funeral Band" hat schon auf diesem Festival gespielt, was in Teilen auf der aktuellen CD "Alkohol" als Live-Mitschnitt nachzuhören ist. Als der 59-jährige Musiker beim Freiburger ZMF die Bühne betritt, hat er ein paar 100-Euro-Scheine dabei, die er seinen Bläsern zwischen die Ventile der Instrumente steckt. Die lassen sich nicht lumpen und bieten ein zweieinhalbstündiges Blech-Spektakel. Nie zuvor waren Volkstänze, mit denen sich das enthusiastische Publikum in den Gängen vergnügt, so sexy, nie zuvor war Blasmusik so aufpeitschend. ......WEITER LESEN....
Heute wird GORAN BREGOVIC samt seiner Band beim ZMF spielen, dazu gibt's noch das neue Album von OMFO (Our Man From Odessa) zum ersten Mal bei SLAVONIC DANCES zu hören und, natürlich, die schönen Neuvereröffentlichungen des vergangenen Monats: derSampler Polska Rootz und das Debütalbum von ROT FRONT. Die Playliste also:
1. GORAN BREGOVIC I ORKESTAR ZA SVADBE I SAHRANE: Alkohol – Jeremija (Music Star Production, 2008) 2. GORAN BREGOVIC I ORKESTAR ZA SVADBE I SAHRANE: Alkohol – Na zadnjem sjedistu moga auta (Music Star Production, 2008) 3. OMFO: Omnipresence – Tipsy djinn (Essay, 2009) 4. OMFO: Trans Balkan Express – Trans Balkan express (Essay, 2004) 5. OMFO: Ominpresence – Sindbad the spaceman (Essay, 2009) 6. OMFO: We Are The Shepherds – hapherd disco (Essay, 2006) 7. OMFO: Omnipresence – Expedition East (Essay, 2009) 8. OMFO: Omnipresence – Baghdub (Essay, 2009) 9. OMFO: Omnipresence – Beauty mark (Essay, 2009) 10. HABAKUK: Polska Rootz (VA) – Mury (Eastblok, 2009) 11. ROTFRONT: Emigrantski Raggamuffin (Essay, 2009) 12. GORAN BREGOVIC I ORKESTAR ZA SVADBE I SAHRANE: Alkohol – Gas Gas (Music Star Production, 2008)
La Cherga im Spiegelzelt: Feurig scharfer Klezmer-Dub
Geheimtipps ziehen in Freiburg nicht. Wenn kein großer Name lockt, kriegt man die Bude einfach nicht voll. Und wenn dann noch die Balkan-Diaspora ausbleibt und die Alternativos für heute Abend ihre Tofu-Lasagne geplant haben, sieht’s halt leer aus, im Spiegelzelt. So gestern Abend bei La Cherga.
Ein paar Ethnologiestudenten/innen sind aber dennoch gekommen und mischen sich patschuli-selig unter die ZMF-typische Ü40-Fraktion. Irgendwann, als die Veranstalter sich für die innovationslahme Provinz genug fremd geschämt haben, rekrutieren sie vorm Zeltvorplatz kampfunerfahrene Party-Söldner, die mit Pommes und Merguez bewaffnet die Manege umstellen.
La Cherga gibt sich unbeeindruckt. Routiniert stellen die sieben Slawen ihr Debütalbum vor und knüpfen aus verschiedensten stilistischen Elementen einen bunten musikalischen Flickenteppich (= Tscherga). Gut, dass sie einen Schlagzeuger mitgenommen haben, dessen satte Bassdrum die zaghaft programmierten Beats des Tonträgers augenblicklich vergessen machen („Don’t Go This Way“); beeindruckend, wie souverän die Musiker aus Dub, Polka, Ska und Klezmer feurig-scharfen Ajvar garen. ........WEITER LESEN..... Eine durchaus positive Beschreibung, was kann man dazu sagen? Vielleicht passt noch die erfreulische Feststellung, dass die Postgermanen schon wissen sollten, was Ajvar bedeutet.
Zum zweiten Mal wird LA CHERGA aus Graz in Freiburg beim ZMF am kommenden Dienstag, den 30. Juni spielen. Die Band ist toll, das Debütalbum ist super, also nicht verpassen! Mehr Infos gibt's hier Und bei mir gibt's heute Bilder von ihrem ersten Gig in Freiburg. Das war am 27. März im E-Werk. Wie immer steckt hinter der Collage die volle Galerie.
Und noch ein mal mOSTen-Party im Josfritzcafe, Wilhelmstrasse 15/1. Wer noch nicht weißt, wo es ist, bitte, hier klicken. Wie immer ist der Eintritt frei und dazu gibt es noch ein Begrüssungsvodka umsonst! Also ab 22 Uhr geht los mit feinsten Musik vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer
Zum siebten mal in Freiburg beginnt am Donnerstag das Delicious Offbeat Vibration Festival. Drei Tage abgefahrene Musik, gute Laune und Spaß Open-Air! Das Festival-Programm findet ihr hier. Ich werde meine Dosen dort am Donnerstag auflegen. Hauptsache - das Wetter spielt mit... Und so findet man den sogenannten Eselwinkel.
Beim Regen, Gewitter, Tornados etc. werden Konzerte und Partys in der KTS verlegt. Tausend Dank an Jungs von ESPERANZA SOUNDSYSTEM, die es wieder geschafft haben, mit eigenen Mitteln einer der besten musikalischen Events der Stadt zu organisieren.